Crawinkel: Meisterschaften der Kavallerie in der Thüringeti

Crawinkel  Berittene Militärsportler aus aller Welt trafen sich zum zweiten Mal in Crawinkel, um sich in verschiedenen Disziplinen zu messen. Deshalb schallten über die Thüringeti laute Befehle.

Zu den Teilnehmern der 5. Internationalen Deutschen Meisterschaften der Kavallerie in Crawinkel gehörten auch diese Schweizer Dragoner. Auf den weitläufigen Grünflächen der Thüringeti hatten Ross und Reiter viel Platz, um ihr gutes Zusammenspiel zu demonstrieren.

Zu den Teilnehmern der 5. Internationalen Deutschen Meisterschaften der Kavallerie in Crawinkel gehörten auch diese Schweizer Dragoner. Auf den weitläufigen Grünflächen der Thüringeti hatten Ross und Reiter viel Platz, um ihr gutes Zusammenspiel zu demonstrieren.

Foto: Matthias Wenzel

Der Deutsche Kavallerieverband beschäftigt sich mit dem militärischen Reiten zwischen den Jahren 1890 und 1914, denn in dieser Zeit veränderten sich Aufgaben und Anforderungen an die Militärreiterei durch die neuen kriegstechnischen Erfindungen enorm. So wurden damals schnellere, ausdauerndere und geländegängigere Pferde benötigt.

Weltweit gibt es Vereine und Privatpersonen, die sich diesem gemeinsamen Hobby verschrieben haben. Erster Vorsitzender des Deutschen Kavallerieverbandes ist Peter Lachenmayer aus dem bayerischen Günzburg. Bereits 2013 hatte er erstmals Internationale Deutsche Meisterschaften der Kavallerie auf dem Boxberg bei Gotha organisiert. Dort trafen sich die Reiter jährlich bis 2015.

Im Galopp über den Parcours dirigieren

Die vierten Meisterschaften starteten dann 2017 auf dem Gelände der Agrar GmbH Crawinkel von Heinz Bley. Dort fanden sie ideale Bedingungen vor, dank des weitläufigen Geländes. Wie zu Kaisers Zeiten könne man dort das inzwischen größte historische Reitturnier in Europa abhalten. So geschah es auch am Wochenende in Crawinkel.

Neben den 5. Internationalen Deutschen Meisterschaften der Kavallerie wurden auch die 4. Internationalen Deutschen Meisterschaften im „Tent Pegging“ ausgetragen. Diese Sportart ist vor allem in den Commonwealth-Staaten sehr populär. Dabei muss der Reiter aus vollem Galopp mit einer Lanze ein kleines am Boden liegendes Zielobjekt – den „Zeltpflock“ – aufspießen und über eine vorgeschriebene Strecke transportieren.

Laut Peter Lachenmayer nahmen an beiden Wettbewerben 70 Reiter und Pferde teil. Aus Großbritannien, der Schweiz, Polen, Österreich, Deutschland und sogar Australien waren sie für die Meisterschaften in Crawinkel angereist.

Selbst der Vorsitzende bekam Punktabzüge

Das Turnier, betont Peter Lachenmayer, sei für alle offen. Das umfangreiche Prüfungsangebot spiegele so ziemlich alle Anforderungen wider, die das militärische Reiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu bieten hatte: vom Gruppengeländeritt über feste Hindernisse, zu Prüfungen im Lanzen- und Säbelgebrauch bis hin zu Jagdspringen, Dressurprüfungen und Gruppenexerzieren. Letzteres fand am späten Samstagnachmittag statt. Acht Kavalleriemannschaften mit jeweils vier bis sechs Reitern traten dabei gegeneinander an. Im ersten Teil der Prüfung wurde die Ausrüstung von Pferd und Reiter durch Rittmeister Fritz Beißwanger aus Ulm begutachtet und mit maximal 15 Punkten bewertet.

Selbst Peter Lachenmayer, der als Vorsitzender des Deutschen Kavallerieverbandes die bayerischen „Kaiserulanen 3“ als Rittmeister anführte, musste wegen der fehlenden Pistole einen Abzug von einem halben Punkten hinnehmen.

Es folgte das eigentliche Gruppenexerzieren, bei dem Peter Lachenmeyer mit lautstarken Befehlen seine Truppe über den Parcours dirigierte – teilweise sogar im Galopp. Auch diese Formationsänderungen wurden von internationalen Preisrichtern bewertet.

Neben den Wettbewerben gab es für die zahlreich erschienenen Gäste auch ein Schauprogramm. So traten am Samstagabend rund 150 Teilnehmer mit ihren Pferden auf, unter anderem auch das Trompeterkorps der Heidedragoner aus dem niedersächsischen Uetzingen. Angesichts des gewaltigen Zuspruchs von Akteuren und Besuchern werden es sicherlich nicht die letzten Kavalleriemeisterschaften in Crawinkel gewesen sein.

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