Der Winterdienst fährt im Kreis Gotha auch bei Plusgraden

Kreis Gotha.  Die Kälte in den Höhenlagen erfordert auch im milden Winter den Einsatz auf den Straßen. Die Streumengen werden automatisch dosiert.

Salz und Streufahrzeuge stehen bei TSI in der Gothaer Rudloffstraße bereit.

Salz und Streufahrzeuge stehen bei TSI in der Gothaer Rudloffstraße bereit.

Foto: Peter Riecke

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Warum die Fahrzeuge des Winterdienstes auch bei Plusgraden unterwegs sind, fragte unser Leser Andreas Hempel, nachdem er kürzlich auf der Bundesstraße 247 ein solches Fahrzeug gesehen hatte. Die Einsätze für den Winterdienst sind ein Geschehen, in das viele Faktoren einfließen.

In Thüringen ist es das Unternehmen Thüringer Straßenwartungs- und Instandhaltungsgesellschaft mbH & Co KG (TSI), das im Auftrag des Landesamtes für Bau- und Verkehr und vieler Landkreise einen großen Teil des Winterdienstes auf wichtigen Straßen übernimmt. Grundlage für den Einsatz im Winterdienst sind die Daten des Deutschen Wetterdienstes, erklärt Geschäftsführer Volker Trümper. Sagt die Vorhersage über drei Tage Temperaturen an, die eine Gefährdung des Straßenverkehrs durch Glätte bringen können, werden Schichtpläne erstellt. Die Voraussage für die nächsten 24 Stunden bringt die Entscheidung, die Fahrzeuge einzusetzen. Im Landkreis Gotha wirken regionale Unterschiede auf das Einsatzgeschehen.

Nur zwei Fahrzeuge vom Gothaer Standort unterwegs

So ist es in der Gothaer Rudloffstraße, wo TSI einen seiner 16 Standorte im Freistaat hat, am Dienstag ruhig. Vier Winterdienst-Lastkraftwagen stehen bereit. Aber zwei Fahrzeuge dieser Art sind in den Höhenlagen des Landkreises unterwegs.

Es gibt eine sogenannten Offenhaltezeit für die Straßen. Sie geht von 3 Uhr bis 22 Uhr. Ab drei Grad plus mit fallender Tendenz wird gefahren. In den Höhenlagen kommen diese Temperaturen auch dann vor, wenn sonst um sechs Grad Plus angezeigt sind.

Die letzte Entscheidung über den Einsatz von Salz, oft zur besseren Haftung mit Lauge angefeuchtet, hat der Fahrer. Die Fahrzeuge sind mit einem Thermologic-System ausgestattet.

Der Fahrer wählt dabei den Wettertyp, zum Beispiel Tau- oder Reifbildung, Feuchtigkeit, „Nässe“ bei Niederschlag oder Schnee. Anhand der gemessenen Fahrbahntemperatur und des gewählten Wettertyps wählt das System dann automatisch die optimale Dosierung.

Wird mit sinkender Temperatur gerechnet, kann der Fahrer außerdem die erwartete Senkung eingeben. Das schnell arbeitende System passe die Dosierung häufiger und schneller an, als es manuell möglich sei, wirbt der Hersteller. Dabei wird die Temperatur mittels Infrarot-Laser direkt auf der Fahrbahn vorn am Fahrzeug gemessen, so dass am Heck gleich die richtige Mengen ausgegeben werden. Die Temperatur direkt auf der Fahrbahn kann niedriger sein als an der Karosserie.

Der Winterdienst ist eine Leistung der öffentlichen Hand und wird daher ausgeschrieben. Auch die Firma TSI muss sich immer wieder bewerben, zu welchen Konditionen sie die genau beschriebene Leistung auszuführen bereit ist. Schon deshalb wird nicht unnötig gestreut.

Was dann infolge des Wetters tatsächlich erbracht wird, wird für jedes Fahrzeug per GPS aufgezeichnet. Die Salzvorräte werden nach dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen Winter bereit gehalten. Bis jetzt war der Winter mild. Es ist nur wenig verbraucht.

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