Die Philharmonie will sich stärker in der Region verankern

Gotha.  Die Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach soll noch stärker in der Region verankert werden. Das kündigt Intendantin Michaela Barchevitch an.

Musiker der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach spielen auch zu Bällen  auf, zu erleben kommenden Samstag zur „Reununion“ in Finsterbergen. Wir sind aber kein Tanz-, sondern ein Sinfonieorchester“, streicht der neue  Chefdirigent Markus Huber heraus. Er will die ganze Bandbreite bedienen von  Mahler bis Filmmusik.

Musiker der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach spielen auch zu Bällen auf, zu erleben kommenden Samstag zur „Reununion“ in Finsterbergen. Wir sind aber kein Tanz-, sondern ein Sinfonieorchester“, streicht der neue Chefdirigent Markus Huber heraus. Er will die ganze Bandbreite bedienen von Mahler bis Filmmusik.

Foto: Peter Riecke

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So optimistisch wie noch nie blicken Trägerverein und Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach in die Zukunft. Die Finanzierung steht bis Ende 2024. Mit dem neuen Chefdirigenten Markus Huber warten schönen Herausforderungen und Konzerte auf Musiker und Zuhörer. Das Beethoven-Jahr 2020 klingt jetzt schon an. Die Philharmonie Gotha-Eisenach soll noch stärker in der Region verankert werden. Das kündigen Intendantin Michaela Barchevitch und Vereinsvorsitzende Gabriele Reichstein zur Mitgliederversammlung des Orchester-Trägervereins an.

Von einer erfreulichen Bilanz berichtet Wirtschaftsprüfer Christian Beutl: „Mit mehr als sechs Millionen Euro haben die Einnahmen 2018 ein sehr hohes Niveau erreicht.“ Davon tragen 5,2 Millionen Euro die Zuschussgeber, von Freistaat bis zu den Städten Eisenach und Gotha. Die Rücklage sei auf 1,5 Millionen Euro angewachsen. Die erzielten Überschüsse ermöglichen es, in Zukunft vereinbarte Tarifsteigungen bezahlen zu können.

Erstmals stellt Markus Huber, für fünf Jahre zum Chef am Dirigentenpult berufen, sich und seine Ziele im Probensaal auf der Schönen Aussicht den Freunden und Förderern des Orchesters vor. Er blicke auf einen guten Start mit dem Eröffnungskonzert der Spielzeit und Pianistin Ragna Schirmer als Solistin und „Artist in Residence“.

Für eine andere Facette der Philharmonie habe er aber etwas Zeit gebraucht, um sich damit anzufreunden und geeignete Kompositionen dafür zu finden. Huber spricht vom Auftritt des Orchesters beim ersten Prinzenball in der Stadthalle Gotha am vergangenen Samstag. Die Philharmonie sei kein Tanzorchester, sie werde immer ein Sinfonie-Orchester bleiben, betont der Bayer. Es gehe ihm darum, dass die Philharmonie in den Köpfen präsent ist. Dazu gehöre auch der Unterhaltungssektor. „Aber darauf möchte ich nicht festgelegt werden.“

Von Mahler-Sinfonie bis Filmmusik reiche das Portfolio eines Orchesters dieser Größe und Region, erklärt Huber weiter. „Wir sind aufgerufen, uns breit aufzustellen.“

Das trifft die Intentionen von Intendantin Barchevitch. Sie freue sich, dass sich der Chefdirigent unter anderem auch der Konzerteinführungen annimmt. Das komme sehr gut an. Und soll dazu dienen, die Herzen der Stadt Eisenach zu erobern, wie Huber sagt.

Das ist schon gelungen. Die Sinfoniekonzerte in der Wartburgstadt sind so zu etwa 90 Prozent ausgelastet. Wobei Michaela Barchevitch das relativiert. Das Landestheater fasse 500 Zuhörer, das Kulturhaus in Gotha hat 800 (Auslastung: 78 Prozent).

Die Intendantin spricht von einem erfolgreichen Jahr 2019. Die Zusammenarbeit mit dem Kulturrat der Stadt Eisenach sei intensiviert worden. Sie verweist auf das neue Konzertformat „Sinfonisches Wochenende“ in der Wandelhalle zu Beginn dieser Spielzeit. Es gebe neue Kooperationen mit Partnern im gesamten Einzugsgebiet.

Mit dem Landestheater seien Projekte für eine kulturelle Modellregion erarbeitet worden, um für drei Jahre Bundesfördermittel akquirieren zu können. Die Entscheidung dazu stehe noch aus.

2020 werde die Philharmonie in Ruhla zum 200. Geburtstag des dort geborenen Komponisten Friedrich Lux ein Konzert mit seiner ersten Sinfonie gekoppelt mit Beethovens Erster geben. Unter anderem seien Konzerte in Bad Salzungen, Schloss Altenstein oder Wilhelmsthal geplant.

Die Kooperation mit dem Landestheater werde ausgebaut. Derzeit gibt es zwei gemeinsame Ballettproduktionen mit insgesamt 16 Vorstellungen sowie „Tannhäuser für Kinder“ auf der Wartburg.

In Erfurt wirken die Philharmoniker aus Gotha und Eisenach bei elf Konzerten und vier Musiktheaterproduktionen mit. Sie unterstützen „Sing mit“ und Kinderchorgründungen in der Oststadtschule Eisenach und Wutha-Farnroda. Allein mit „Philharmonie im Klassenzimmer“ sind Musiker während der vergangenen zwei Wochen in 25 Kindergärten und Schulen beider Landkreise aufgetreten.

Zum Beethoven-Jahr 2020 könne die Philharmonie auf Bundesförderung zählen. Das Projekt „Music in Motion“, das Sport und Musik verbindet, sei weiterentwickelt worden, zu erleben beim Konzert am 14. Dezember in der Turnhalle der Herzog-Ernst-Schule Gotha.

Als Höhepunkt im nächsten Jahr kündigt die Intendantin unter anderem das Zusammenspiel mit dem Mariinsky-Theater Petersburg am 7. März im Landestheater Eisenach mit „Eugen Onegin“ und die Welturaufführung des Stummfilms „Beethoven“ aus dem Jahr 1927 mit Live-Orchesterbegleitung am 29. Februar in Gotha und am 4. April in Eisenach an.

Der Vertrag mit Intendantin Barchevitch sei an die Laufzeit des Orchester-Finanzierungsvertrages bis Ende 2024 verlängert und angepasst worden, berichtet Vereinsvorsitzende Gabi Reichstein. Seit Beginn der Spielzeit gehöre wieder ein Dramaturg zum Orchester. Die Stelle für Öffentlichkeitsarbeit werde ab Januar neu besetzt. Der bereits vor einem Jahr angekündigte Umzug der Orchester-Geschäftsstelle von der Reinhardsbrunner Straße an den Hauptmarkt Gotha in die ehemalige Tourist-Information verzögert sich, weil die Kultourstadt Gotha, die Räume immer noch belegt. Reichstein: „Wir hoffen, dass wir Anfang nächsten Jahres den Umzug anpacken können.“

Nächste Konzerte: „Peter und der Wolf“ Freitag, 6. Dezember 2019, 9.30 Uhr, Samstag, 7. Dezember, Gotha Kulturhaus

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