Ein Leben zwischen Gothaer Klinikalltag und Lavendelduft

Gotha  Mit Leib und Seele in der Pflege engagiert: Haike Broska arbeitet seit mehr als 30 Jahren im Gothaer Klinikum.

Haike Broska ist Pflegedirektorin im Helios-Klinikum Gotha.

Haike Broska ist Pflegedirektorin im Helios-Klinikum Gotha.

Foto: Conny Möller

Haike Broska lief schon als Kind oft durch Gothaer Klinikflure. Die heutige Pflegedirektorin ist im Helios-Klinikum Gotha das Bindeglied zwischen Geschäftsführung und Pflege. Für viele Beschäftigte ist sie ein wichtiger Ansprechpartner. Darauf zu achten, dass alle Abläufe funktionieren, ist ihr Job. Wir sprachen mit der engagierten 50-Jährigen, die als Kinder-Krankenschwester ihre Laufbahn im Krankenhaus begann.

Sie sind mit Leib und Seele Krankenschwester. War das ihr Traumberuf?

In mir haben zwei Herzen geschlagen. Das Krankenhaus und die Medizin, weil meine Oma Liesbeth immer von ihren Patienten erzählt hat. Ich durfte als Kind auf der Station C1 das Essen mit austeilen, das war früher noch möglich. Einige Schwestern, die heute noch in meinem Team arbeiten, kennen mich sogar noch als Zehnjährige mit ganz langen Zöpfen. Und dann war da die Technik, weil mein Papa mir alles gezeigt hat. Mit ihm lag ich als Kind unter Autos, schraubte an der Schwalbe herum und war voll Schmiere. Ich stand vor der Entscheidung: Kfz-Mechanikerin oder Krankenschwester.

Haben Sie sich für beide Stellen beworben?

Ich habe beide Bewerbungen abgeschickt, allerdings erhielt ich eine Absage als Kfz-Mechanikerin, weil ich ein Mädchen war. Also trat ich in Omas Fußstapfen und habe am 1. September 1985 meine dreijährige Ausbildung als Kinder-Krankenschwester begonnen. Die praktische Ausbildung war in den Kreiskrankenanstalten in Gotha, die Theorie erfolgte in Eisenach.

Wo haben Sie dann gearbeitet?

Im Kreißsaal in den Kreiskrankenanstalten in Gotha. Bis 1989 habe ich dort als Kinder-Krankenschwester gearbeitet. Nach der Geburt meines Kindes und der Rückkehr aus der Elternzeit wollte ich gern im Tagdienst arbeiten, um Beruf und Familie besser zu verbinden. Man hat mir eine Stelle in der Endoskopie angeboten, die ich gern angenommen habe, da mich der Fortschritt und die Entwicklung der Technik in der Medizin sehr interessiert haben. Außerdem war da ja noch mein zweiter heimlicher Berufswunsch, die Technik. Die Geräte in der Endosonografie wurden im Laufe der Zeit flexibler und patientenfreundlicher – hier gab und gibt es noch immer eine ständige Weiterentwicklung.

Mussten Sie dafür eine weitere Ausbildung machen?

Ich habe viele Ausbildungen gemacht, um mein heutiges Wissen weitergeben zu können. So habe ich damals meine Fachschwester für Endoskopie gemacht. Im Anschluss daran eine Ausbildung zur OP- und Stationsleitung und zum Schluss noch ein Führungskräfteseminar mit betriebswirtschaftlichen Inhalten.

Wie war das damals mit dem Umzug vom alten ins neue Krankenhaus?

Erinnern Sie mich nicht daran. Das war im März 2002. Aber ehrlich, es war alles organisiert. Ich kann mich an keine Vorfälle erinnern. Rettungsdienst, Leitstelle, Ärzte, Pfleger, Technik, Medizintechnik und die Bauherren – alle haben zusammengearbeitet und die Patienten wurden nur in ein neues Bett und Zimmer verlegt.

Was sind die Aufgaben einer Pflegedirektorin?

Sie ist ein Bindeglied zur Geschäftsführung und zum Konzern, führt Bewerbungsgespräche, kontrolliert Prozesse und Abläufe und entwickelt die Pflege weiter. Ich muss immer schauen, dass wir auf dem neuesten Stand als Krankenhaus sind. Eigentlich tausend Themen und Entscheidungen treffen, die hinter den Kulissen ablaufen, damit vorn alles funktioniert.

Gibt es einen schönen oder lustigen Moment, an den Sie sich gern erinnern?

Schöne Momente habe ich jeden Tag. Ich freue mich, wenn die Sonne über Boilstädt aufgeht – am schönsten in der kalten Jahreszeit. Ich weiß, dass der neue Tag mit vielen Überraschungen beginnt, planen kann ich selten. Aber auch die Dankbarkeit von den Patienten, die einfach mal vorbei schauen und sich an mich von früher erinnern.

Wie entspannen Sie sich nach ihrem Dienst im Klinikum?

Ich gehe in meinen Garten, liebe Blumen, das ist für mich Entspannung. Ich freue mich über meinen Lavendel in allen Farben und die Lilien.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte gern eine Weltreise machen, am liebsten in Alaska starten oder mit einem Eisbrecher durch die Antarktis fahren. Der größte und wichtigste Wunsch ist, gesund zu bleiben.

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