Engagement für Insekten im Kreis Gotha geehrt

Gotha.  Der Kreisverband Gotha des Naturschutzbundes zeichnete am Freitag Schüler und Lehrer für ihren Einsatz im Naturschutz aus.

Cornelia Leistert (links) bekam den Erich-Veit-Preis 2019 für Lehrer. Die Arnoldi-Schülerinnen Sophie Kossow (2. von links), Lisa-Marie Schorr und Luise Kästner wurden mit dem Gemeinschaftspreis für Schulen geehrt.

Cornelia Leistert (links) bekam den Erich-Veit-Preis 2019 für Lehrer. Die Arnoldi-Schülerinnen Sophie Kossow (2. von links), Lisa-Marie Schorr und Luise Kästner wurden mit dem Gemeinschaftspreis für Schulen geehrt.

Foto: Klaus-Dieter Simmen

Zum 23. Male konnte der Kreisverband Gotha des Naturschutzbundes Deutschland am Freitagabend den Erich-Veit-Preis vergeben. Es waren die Naturschützer Roland Schilling und Wolfgang Klug, die seinerzeit die Idee hatten, besonderes Engagement für die Umwelt an Schulen zu ehren. „Erfreulicherweise haben wir seitdem Jahr für Jahr die Qual der Wahl“, sagt Nabu-Kreisvorsitzender Ronald Bellstedt. Auch für die Preisverleihung 2019 fiel es den Juroren nicht leicht, eine Entscheidung zu finden.

Erneut überrascht zeigten sie sich von den Einsendungen für den Naturschutzpokal. Am Ende votierten sie für die Arbeitsgemeinschaft Imkerei des Von-Bülow-Gymnasiums Neudietendorf. Dort wurde für dieses Projekt der Schulhof umgebaut – zum einen, um Sicherheit zu schaffen, zum anderen für den Anbau bienenfreundlicher Sträucher. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft eigneten sich handwerkliche Fähigkeiten und technisches Wissen der Imker an.

„Alles in allem ein Projekt, das positive Auswirkungen in vielen Bereiche verspricht, aber insbesondere für den Naturschutz vielversprechende Ansätze bietet, da es neben der Förderung der Honigbiene dazu beiträgt, die Jugendlichen für die Insektenwelt zu begeistern, ihnen die Gefährdung unserer Natur verdeutlicht und gleichzeitig ein Beispiel dafür gibt, was man selber zur Verbesserung der Situation beitragen kann: mit Enthusiasmus, Optimismus und etwas Hilfe von außen“, heißt es in der Begründung der Jury.

Gemeinschaftspreis geht ans Arnoldi-Gymnasium

Beim Gemeinschaftspreis für Schulen entschied sie sich für Luise Kästner, Sophie Kossow und Lisa-Marie Schorr aus der Klassenstufe 11/12 des Arnoldi-Gymnasiums in Gotha. Das Trio hat sich in seiner Seminarfacharbeit „Artensterben – Insekten am Rande der Existenz?!“ einem wichtigen Thema gewidmet. Wie wichtig es ist, unterstrich Nabu-Vorstandsmitglied Albrecht Loth in seiner Laudatio: „In manchen Regionen Deutschlands ist seit dem Ende der 1980er-Jahre die Zahl der Insekten um 80 Prozent zurückgegangen. Auch in Thüringen ist diese Entwicklung mittlerweile spürbar, die für unsere heimischen Ökosysteme aber auch unsere Ernährung unabsehbare Folgen haben kann.“

Die Arnoldi-Schülerinnen wollten testen, wie alltagstauglich Insektenhotels sind, die vom Handel angeboten werden. Dazu experimentierten sie mit der Rostroten Mauerbiene. Ihre Erkenntnis: Die solitär lebende Bienenart mied die Ware aus dem Baumarkt, fühlte sich jedoch in selbst nach fachmännischen Vorgaben hergestellten Anlagen sehr wohl. Ganz nebenbei bekam die Schule der Mädels auf diesem Weg ein eigenes Insektenhotel.

Der Veit-Preis für Lehrer ging an Cornelia Leistert von der staatlichen Gemeinschaftsschule Am Inselsberg in Bad Tabarz. Dabei würdigten die Juroren nicht nur den Einsatz der Pädagogin an ihrer Schule, sondern auch ihr Wirken in verschiedenen Vereinen der Kommune. Das Anlegen des Schulgartens geht auf ihre Initiative zurück, auch dessen Erweiterung in den vergangenen Jahren.

Hier vermittelt sie den Mädchen und Jungen Wissen für die Anzucht und Pflege der Pflanzen. Dabei gelinge es ihr, so betonte Loth in seiner Laudatio, ihr Engagement und ihre Begeisterung auf die Schüler zu übertragen.

Im Anschluss an die Ehrung erinnerte Wolfgang Klug an Erich Veit (1890 bis 1965), den er als junger Lehrer noch kennenlernte.

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