Erste Planungen für neues Industriegebiet in Waltershausen

Hörselgau.  Das Gebiet zwischen Hörsel und Waltershausen erfordert eine Umgehungsstraße.

Die Straße von Schnepfenthal nach Ernstroda könnte von Ausgleichsmaßnahmen für das Gewerbegebiet Waltershausen-Ost/ Hörselgau profitieren. Nach dem Anlegen von Krötenschutztunneln wäre die Fahrbahn zu erneuern.

Die Straße von Schnepfenthal nach Ernstroda könnte von Ausgleichsmaßnahmen für das Gewerbegebiet Waltershausen-Ost/ Hörselgau profitieren. Nach dem Anlegen von Krötenschutztunneln wäre die Fahrbahn zu erneuern.

Foto: Peter Riecke

Mit dem Saal im Kulturhaus Hörselgau hatte sich der Erschließungszweckverband am Dienstagabend den geeigneten Raum für seine jüngste Sitzung gewählt. Abstände konnten gehalten werden. Zum Erschließungszweckverband gehören die Stadt Waltershausen und die Gemeinde Hörsel. Sein Ziel benennt der Projektname: Industrie- und Gewerbegebiet „Waltershausen-Ost/Hörselgau“ (IG 5).

Den Verband gibt es seit 2014, doch jetzt kommt Fahrt in das Vorhaben, die autobahnnahen Flächen für Gewerbe- und Industrieansiedlungen vorzubereiten, um die Wirtschaftskraft der Region zu erhöhen.

Je vier Mitglieder des Gemeinderates der Gemeinde Hörsel und vier Mitglieder des Waltershäuser Stadtrates sind Mitglieder des Zweckverbands. Dazu kommen der Bürgermeister der Stadt Walterhausen, Michael Brychcy (CDU) und der Bürgermeister der Gemeinde Hörsel, Rainer Rudloff (Freie Wähler).

120 Hektar im ersten Abschnitt

Zu den zehn Personen begaben sich am Dienstagabend Fachleute beider Verwaltungen der Gebietskörperschaften und vom international tätigen Planungsbüro AFRY, das sich mit Aufgaben vom Wasserbau bis zur Verkehrsinfrastruktur beschäftigt. Am Dienstagabend wurde Rudloff zum Vorsitzenden, Brychcy zum Stellvertreter gewählt.

Torsten Enström aus dem Planungsbüro trug den Planungsstand vor. IG 5 wird im ersten Abschnitt 120 Hektar, im zweiten 60 Hektar für Industrie- und Gewerbeansiedlungen anbieten. Das Gewerbegebiet liegt zwischen der Autobahn 4, Hörsel, Waltershausen und dem Walterhäuser Ortsteil Wahlwinkel.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) trägt die Kosten der Erschließung. Mit Stand November ist der größte Teil der Flächen von der LEG gekauft. Einige Flächen gehören direkt der Gemeinde Hörsel oder der Stadt Waltershausen, weitere Flächen zu erwerben ist für 2021 durch die LEG geplant. Nur einige wenige Streifen sind auf der Karte rot unterlegt, was „Erwerb kritisch“ bedeutet.

Die Einwohner Wahlwinkels werden von dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen wenig betroffen sein, denn eine Umgehungsstraße ist geplant, Baubeginn vermutlich 2025, soweit es keine archäologische Entdeckung gibt. Die Straße wird nahe der Autobahnauffahrt Boxberg beginnen, sich ein Stück der Autobahn annähern, um im weiteren Verlauf in großem Bogen um Wahlwinkel herum zu führen und auf Höhe der Kleingärten in die Landesstraße 1026 zwischen Wahlwinkel und Schnepfenthal einzumünden. Letztere würde damit ein Stück weit überflüssig. Sie ist ohnehin in schlechtem Zustand.

Vorschlag: Krötentunnel unter der Straße nach Ernstroda

Aufgrund der nötigen Klärung der Eigentumsverhältnisse eines kleinen Teils der Fläche wird ein Umlegungsverfahren eingeleitet. Der Umlegungsausschuss der Gemeinde Hörsel wird es 2021 beginnen. Soweit dies gelingt, könne die Erschließung der ersten 120 Hektar 2023 starten, hofft der Waltershäuser Bauamtsleiter Marcus Jäger.

Für das Gewerbegebiet sind gut zwölf Millionen Naturschutzpunkte (eine Verrechnungseinheit) als Ausgleich nachzuweisen. Dafür seien Krötentunnel unter der Straße von Schnepfenthal nach Ernstroda hilfreich, schlägt Michael Brychcy vor. Dann könne man diese „Buckelpiste“ auch gleich sanieren.