Fragen Sie Professor Schunk vor Reisen in die Berge

| Lesedauer: 2 Minuten
Werner Schunk aus Gotha ist Arzt und Autor.

Werner Schunk aus Gotha ist Arzt und Autor.

Foto: Foto: Claudia Klinger

Wer hoch hinaus wandern oder radfahren will, der muss wissen, wie fit er ist.

Die Inzidenzwerte sind gesunken, die Freude ist gerade groß. Wir können, wenn wir die Bestimmungen zur Corona-Pandemie einhalten, wieder reisen, zumindest in einige Gegenden. Eine Wanderreise passt jetzt ganz gut. Mann ist den ganzen Tag an der frischen Luft, trifft nicht zu viele Menschen und kann sich bei individueller Bewegung gut erholen.

Dennoch sollte man auch vorsichtig sein. Was allgemein gilt, muss man gerade jetzt beachten. Menschen jeden Alters trauen sich vor allem in Freizeit und Urlaub alles zu. Je extremer, um so besser, erst recht wenn es um extreme Höhen geht. Ist es aber für alle gesund und förderlich für die Gesundheit?

Natürlich gibt es Grenzen und vor allem für Ungeübte und für ältere Menschen. Dabei sind das Herz-Kreislaufsystem und die Lungen die begrenzenden Faktoren. Wer auf dem Fahrradergometer ohne Schwierigkeiten fünf Minuten lang 125 Watt strampelt, der kann problemlos bis 4000 Meter hoch steigen. Je langsamer der Aufstieg erfolgt, um so besser die Anpassung. Treten jedoch Herzschmerzen (instabile Angina pectoris) und Herzrhythmusstörungen bei Belastung auf oder steigt der Blutdruck bei Hypertonikern trotz medikamentöser Einstellung auf systolische Werte über 200 mm Hg und diastolisch über 120 mm Hg an, dann ist eine Höhentour grundsätzlich untersagt.

Patienten, die schon im Tal beim Wandern nach Luft ringen, sollten einen Aufstieg unterlassen. Das betrifft vor allem Menschen mit Lungenemphysem und Asthma bronchiale, wobei Emphysomatiker weitaus gefährdeter sind. Für Asthmatiker können sich bei langsamem Anstieg auf 1500 bis 2000 Meter die Luftverhältnisse sogar bessern.

Ein schneller Aufstieg soll aber in jedem Fall vermieden werden. Fährt man mit Seilbahn oder Lift in solche Höhen, sollten sich :kranke und ältere Menschen eher ruhig verhalten und extreme zusätzliche Belastungen gerade in der Höhe vermeiden.