Fragen Sie Professor Schunk zu einem Alarmzeichen im Körper

Professor Schunk erklärt: C-reaktives Protein (CRP) zählt zu den wichtigsten Entzündungsparametern im Körper des Menschen.

Der Arzt und Hirnforscher Werner Schunk lebt in seiner Heimatstadt Gotha.

Der Arzt und Hirnforscher Werner Schunk lebt in seiner Heimatstadt Gotha.

Foto: ta / Alexander Volkmann / Archiv

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Das C-reaktive Protein (CRP) zählt zu den wichtigsten Entzündungsparametern des Körpers. Es wird in der Leber gebildet und reagiert als sogenanntes Akutes-Phasen-Protein postwendend auf Krankheitserreger. Schon innerhalb der ersten 18 bis 24 Stunden nach einer Infektion kann die Konzentration dieses Proteins im Blut auf das Hundertfache ansteigen, wenngleich sie sich mit derselben Geschwindigkeit wieder normalisiert.

Risikoabschätzung von Entzündungsherden

Dieser Prozess vollzieht sich schneller als die Blutsenkungsreaktion. Operationen, rheumatische Krankheiten, Entzündungen von Gefäßwänden, Thrombosen, Herzinfarkt und bösartige Tumore können den Proteinanstieg ebenso verlangsamen wie Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht oder eine Diabetes mellitus Typ zwei.

Wird Körpergewebe zerstört, dann steigt der CRP-Wert an. Seine Bestimmung ermöglicht die Beurteilung des tatsächlichen Schweregrades der entzündlichen Erkrankung. Entzündungsherde werden vor allem am Herzen gesucht und erfordern eine genaue Risikoabschätzung. Virale Infektionen hingegen lassen das C-reaktive Protein nicht oder nur mäßig ansteigen.

Schnelltest für bakterielle Infektion

Der CRP-Schnelltest für bakterielle Infektionen im Serum ist wichtig, um die Schwere einer Krankheit und deren Verlauf beurteilen und eine virale von einer bakteriellen Infektion unterscheiden zu können. Werte bis fünf Milligramm pro Liter gelten für Erwachsene als normal, bis zu zehn Milligramm pro Liter für Kinder. Von einer leichten Erhöhung spricht man bei Werten bis 40 Milligramm pro Liter, von einer moderaten bei 40 bis 100 Milligramm pro Liter. Ab 100 Milligramm pro Liter liegt eine starke Erhöhung vor. Je höher der CRP-Wert, desto heftiger setzt die Erkrankung dem Körper zu und desto mehr Gewebe ist betroffen.

Nach Traumen und Operationen steigt der CRP-Wert physiologisch an, um am zweiten bis dritten Tag den höchsten Wert zu erreichen und anschließend bei komplikationsfreiem Verlauf wieder zu sinken. Die Normalwerte werden dann in aller Regel nach etwa zwei bis drei Wochen erreicht. Der Höchstwert nach zwei bis drei Tagen ist umso höher, je schwerwiegender das Trauma oder der Eingriff waren.

Hochsensitive Untersuchungen

So sind nach operativer Versorgung, beispielsweise von Oberschenkelbrüchen, Höchstwerte von durchschnittlich 136 bis 154 Milligramm pro Liter angegeben, bei unkomplizierten Knöchelbrüchen von 34 bis 39 Milligramm pro Liter. Offene Knochenbrüche führen erfahrungsgemäß zu gering höheren Höchstwerten.

Nach Bauch-Eingriffen folgt der physiologische CRP-Verlauf demselben Muster, wenn keine Komplikationen vorliegen, wobei mittlere Höchstwerte von 140 bis 159 Milligramm pro Liter angegeben wurden.

In den letzten Jahren werden hochsensitive Untersuchungen auf leicht erhöhte CRP-Werte dazu herangezogen, um instabile Phasen bei der Behandlung von der Arteriosklerose erkennen zu können.

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