Georgenthal: Leidenschaft und Spaß mit Honigbienen

Conny Möller
| Lesedauer: 3 Minuten
Jürgen Seiring aus Georgenthal ist nicht nur als Amtsleiter im Schulverwaltungsamt tätig, sondern auch ein leidenschaftlicher Hobbyimker und Bienenzüchter. Derzeit unterhält er sieben Bienenvölker.

Jürgen Seiring aus Georgenthal ist nicht nur als Amtsleiter im Schulverwaltungsamt tätig, sondern auch ein leidenschaftlicher Hobbyimker und Bienenzüchter. Derzeit unterhält er sieben Bienenvölker.

Foto: Conny Möller

Georgenthal.  Jürgen Seiring ist begeisterter Hobbyimker. Sieben Bienenvölker produzieren für den Georgenthaler Honig. Zudem unterhält er eine Königinnenzucht.

Was haben die Biene Maja, ihr Freund Willy und alle anderen summenden Insekten gemeinsam - die Suche nach dem besten Nektar und Pollen, um Honig zu produzieren, der dann den Menschen das Frühstück versüßt. Hobbyimker Jürgen Seiring aus Georgenthal bevorzugt bei seiner Bienenzucht die Carnica-Rasse, die als sanftmütig und fleißig gilt.

Der heute 64-Jährige, der hauptberuflich als Amtsleiter des Schulverwaltungsamtes im Landratsamt Gotha tätig ist, hat erst vor zwölf Jahren seine Leidenschaft für die Imkerei entdeckt. In Georgenthal hat er eine Fläche am Ufer der Apfelstädt gepachtet, auf der seine Bienenstöcker stehen. Seiring bevorzugt die Carnica-Rasse (Apis mellifera carnica). Grund: Die Bienenrasse, auch als Kärntner-Biene bekannt, wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch Zucht zu einer sanftmütigen und fleißigen Biene herangezogen.

Hobbyimker Seiring kennt seine Honigbienen, weiß wie sie summen und kommunizieren. So hat er am Grundstückseingang einen Schaukasten aufgestellt, in dem ein Bienenvolk zu sehen ist. Hinter Glasscheiben können Besucher die Honigbienen bei der Arbeit beobachten. „Bienen bauen ihr Nest wie eine Kugel“, erklärt Seiring. Zudem herrscht im Bau eine Temperatur von 35 Grad.

Schulklassen lassen sich von Jürgen Seiring erklären, wie Bienen ihre Königin wählen. Das Volk bestimme, ob eine Königin gefüttert oder verstoßen wird und aus welchem Ei sie schlüpft - Bienenköniginnen können bis zu 2000 Eier im Jahr legen und leben maximal fünf Jahre. Aus diesem Grund hat sich der Georgenthaler der Zucht von Bienenköniginnen verschrieben. „Die älteste Belegstation für Bienen existiert in Gehlberg. Dort werden Drohnenzuchtvölker vorgehalten“, sagt der Bienenzüchter. In Oberhof steht eine weitere Belegstation für die Königinnenzucht bereit.

Damit die Königinnen in den Bienenvölkern vom Imker gesehen werden, müssen sie gekennzeichnet werden. Dafür nutzt er Leucht-Opalith-Zeichenplättchen. Jedes Jahr hat eine bestimmte Farbe. Die Plättchen werden der Biene auf dem Rückenpanzer aufgeklebt. In diesem Jahr gilt die weiße Farbmarkierung.

Bei Hektik fühlt sich Bienenvolk bedroht

Bienenhaltung und Zucht sei für ihn Ausgleich zum Berufsleben. Seine Erfahrungen gibt er anderen Hobbyimkern weiter, schließlich ist er seit Jahren Mitglied im Bienenzuchtverein des Landkreises Gotha. „Ich produziere Lebensmittel und bin deshalb für meine Tiere verantwortlich“, so Seiring. 212 Kilogramm Honig habe er in diesem Jahr bereits produziert - Dank der fleißigen Bienen. Trotzdem muss er seine Bienen unterstützen. So wird mit Maissirup zugefüttert. 20 Kilogramm verbraucht davon ein Volk.

Da der Hobbyimker Vertrauen zu seinen Honigbienen hat, arbeitet er ohne Vollschutz. Mit einem Smoker verursacht er Rauch, der die Bienen beruhigt und ihm das Arbeiten erleichtert. Man brauche keine Angst vor Bienen zu haben, so der Imker, jedoch sollte man auf hektische Bewegungen verzichten. Sonst fühle sich das Bienenvolk bedroht und wird aggressiv.

Auch Daniel Brenn, leitender Oberarzt der Notaufnahme am Helios Klinikum Gotha, rät zu langsamen Bewegungen. „Bei einem Bienenstich sollte geprüft werden, ob der Stachel in der Haut verblieben ist“, sagt Brenn. Wenn ja, sollte er vorsichtig entfernt, aber nicht zusammengequetscht werden, weil sich darin möglicherweise noch etwas Gift befindet. Anschließend kann die Einstichstelle gekühlt werden. Ein Gel mit Antihistaminikum lindert den Juckreiz. Allerdings reagieren einige Menschen auch allergisch, wie mit Atemnot, Schwindel oder Übelkeit. „Bei Bienenstichen im Hals- und Rachenbereich sollte umgehend die 112 gerufen werden“, rät der Mediziner.