Gericht urteilt zu Abschuss - Jagd auf Ohrdrufer Wölfin bleibt verboten

Ohrdruf/Jena/Gera.  Im Januar will das Verwaltungsgericht Gera über die Klage von Naturschutzverbänden gegen den Abschuss der Ohrdufer Wölfin verhandeln. Ihre Chancen stehen gut.

Wegen ihrer drei Wolfsjungen steht die Fehe noch bis Donnerstag dieser Woche unter Mutterschutz. Aber auch danach darf sie vorerst nicht abgeschossen werden.

Wegen ihrer drei Wolfsjungen steht die Fehe noch bis Donnerstag dieser Woche unter Mutterschutz. Aber auch danach darf sie vorerst nicht abgeschossen werden.

Foto: TMUEN/dpa

Der Mutterschutz für die Ohrdrufer Wölfin läuft am Donnerstag aus. Trotzdem darf sie nicht abgeschossen werden, obwohl ein entsprechender Bescheid des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Natur das erlauben würde. Der Naturschutzbund Nabu und der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND haben dagegen vorerst erfolgreich geklagt. Am 12. Januar soll ihr Fall vom Verwaltungsgericht Gera ausführlich verhandelt werden, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Im Eilverfahren folgten im Frühjahr das Verwaltungsgericht Gera und im Sommer das Oberverwaltungsgericht Weimar den Argumenten der Naturschützer. Beide Gerichte machten deutlich, dass die Wölfin, als streng geschützte Tierart in ihrem Revier auf dem Truppenübungsplatz noch einmal besonderen Schutz genieße, weil Teile des Geländes Bestandteil eines europäischen Schutzgebietes sind.

Die Wölfin soll abgeschossen werden, weil sie im Vorjahr zahlreiche Schafe und Ziegen gerissen hatte, obwohl die betroffenen Herden durch Elektrozäune gesichert waren. Es wird befürchtet, dass sie die Fähigkeit, diesen Schutz zu überwinden, an ihre Nachkommen und einen Wolfsrüden weitergeben könnte.

Thüringen finanziert Schutzmaßnahmen für Herden

Nabu-Wolfsexperte Silvester Tamás zeigte sich am Dienstag optimistisch, was den Ausgang des Gerichtsverfahrens betrifft. Der Wolf zeige auf unbequeme Art, dass über extensive Weidehaltung nachgedacht werden müsse. Aus seiner Sicht sei das Land verpflichtet, die Schäfer zu unterstützen, um diese Weideformen weiter zu fördern. Der Abschuss der Wölfin sei aber der falsche Weg.

Thüringen finanziert Schutzmaßnahmen für die Herden, etwa sichere Gatter und spezielle Schutzhunde. Das Töten der Wölfin dürfte dagegen rechtlich schwer durchzusetzen sein, auch weil Deutschland wegen einiger Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz unter Druck der EU geraten ist.

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