Gotha: Enkelkinder geben 100-Jähriger aus Gotha Kraft

Gotha.  Ingeborg Eckardt aus Gotha feierte an Frauentag ihren 100. Geburtstag.

Ihren 100. Geburtstag feierte Ingeborg Eckardt aus Gotha im Kreise der Familie und guten Freunden im Hotel Der Lindenhof.

Ihren 100. Geburtstag feierte Ingeborg Eckardt aus Gotha im Kreise der Familie und guten Freunden im Hotel Der Lindenhof.

Foto: Conny Möller

Mit klarer Stimme begrüßte am Sonntagnachmittag Ingeborg Eckardt ihre Geburtstagsgäste, die zahlreich ins Hotel der Lindenhof nach Gotha gekommen waren. Genau vor 100 Jahren kam Ingeborg Eckardt in Frauenwald zur Welt. „Ich freue mich, dass ich mit euch feiern kann“, begrüßte die Jubilarin ihre Familie, Freunde und Bekannte.

Geboren am 8. März 1920 in Frauenwald zog ihre Familie 1928 nach Eschenbergen. Dort hatte ihr Vater ein Haus gekauft. Als ihre Mutter plötzlich verstarb, zog Ingeborg Eckardt nach Gotha zu ihrer Großmutter. Dort ging sie auf die Volkshochschule und qualifizierte sich auf der Gothaer Lebensbank zur Stenotypistin. Zu dieser Zeit lernte sie ihren Ehemann Heinz Eckardt kennen, der im technischen Büro des Flugzeugbaus in der Waggonfabrik arbeitete. Im Krieg 1942 heirateten die Beiden. In Kriegszeiten kam ihre Tochter Christine zur Welt. Ihr Mann wurde als Soldat eingezogen und geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Erst 1948 kam er schwer krank aus Baku zurück.

1950 kam Sohn Ernst zur Welt. Jetzt waren sie eine richtige Familie, erzählt Ingeborg Eckardt. Erstmals fuhren sie in den Urlaub nach Heringsdorf an die Ostsee. Heinz Eckardt fand eine Anstellung in der Gothaer Metallwarenfabrik, sie erhielt eine Arbeit in der Eisen-Blech-Metallwaren-Fabrik. Dort arbeitete sie 36 Jahre lang als Sekretärin. Ihr Mann absolvierte noch ein Fernstudium als Maschinenbautechniker.

1975 schlug das Schicksal zu. Im Urlaub erlitt ihr Mann einen Herzinfarkt und verstarb. „Für mich hat die schwere Zeit nach dem Tod meines Mannes durch die Enkelkinder einen neuen Blick in die Zukunft gegeben“, sagt heute die Jubilarin.

Tochter und Sohn verschönerten ihr Rentnerleben mit zahlreichen Reisen nach Italien und den USA. So besuchte sie in New York die Steubenparade und das World Trade Center, welche durch die Anschläge 2001 zerstört wurden. 2014 machte ein Sturz sie zum Pflegefall. Doch ist sie froh, dass sie noch in ihrer eigenen Wohnung lebt. Jetzt kümmert sich ihr Sohn um sie.