Gotha feiert 75 Jahre Kriegsende erst 2021

Gotha.  Die Gedenkveranstaltung im Ekhof-Theater wird verschoben. Die ehemalige Stadtschreiberin verfasst einen Gadolla-Roman.

Aus einem Fenster vom Treppenhaus der Arnoldischule wird bei Dreharbeiten für eine Fernsehdokumentation eine weiße Fahne gehisst.

Aus einem Fenster vom Treppenhaus der Arnoldischule wird bei Dreharbeiten für eine Fernsehdokumentation eine weiße Fahne gehisst.

Foto: Victoria Augener

Auf ein Vierteljahrhundert Frieden blickt Gotha am 4. April 2020 zurück. Die Stadtverwaltung erinnert daran, dass vor 75 Jahren, am 4. April 1945, der Zweite Weltkrieg in der Residenzstadt endete mit der offiziellen Übergabe an die amerikanische Armee. Gotha war die erste Thüringer Stadt, die durch die alliierten Truppen eingenommen wurde. Das westlich gelegene Eisenach wurde erst zwei Tage später befreit.

Eine geplante Gedenkveranstaltung mit internationalen Gästen musste aufgrund der Corona-Pandemie leider abgesagt werden, erklärt Stadtsprecher Maik Märtin. Erwartet wurden zu dem Festakt im Ekhof-Theater unter anderen die Nachkommen von Captain Frederick R. Fisher, der der erste Gothaer Stadtkommandant nach der Befreiung war.

Seine Tochter Janet Money wollte mit ihrem Sohn Randy Garver nach Gotha kommen und die Aufzeichnungen ihres Vaters vorstellen. Ein Nachholtermin sei für März 2021 geplant, teilte Maik Märtin mit. Das Kriegsende in Gotha ist untrennbar verbunden mit dem Tod Josef Ritter von Gadollas. Am 5. April 1945 war der damalige Stadtkommandant nach standrechtlichem Urteil in Weimar erschossen worden, nachdem er die Stadt kampflos an die heranrückende US-amerikanische Armee übergeben hatte. Eine Dokumentation des MDR erinnert an den „Retter von Gotha“. Zudem erscheint der Roman „Zur vollen Stunde" von Annabella Gmeiner, in dem Gadolla eine zentrale Rolle spielt. Eine geplante Premierenlesung in der Stadtbibliothek musste abgesagt werden. Gmeiner war 2018 Kurd-Laßwitz-Stipendiatin der Stadt Gotha. red

„Der Retter von Gotha - Ritter von Gadolla" wird am Sonntag, 5. April, um 22.30 Uhr im MDR ausgestrahlt.