Gotha: Grabungen legen weitere Zeitzeugen frei

Gotha.  Auf dem Hauptmarkt in Gotha wurden die Pferdeschwemme und alte Abdeckungen des Leinakanals gefunden.

Grabungsleiter Ronny Krause notiert die Funde.

Grabungsleiter Ronny Krause notiert die Funde.

Foto: Peter Riecke

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Nachdem nun das Grabungsfeld auf dem unteren Hauptmarkt wieder geschlossen wurde, sind Mitarbeiter des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie auf dem oberen Hauptmarkt erneut fündig geworden. Nachdem die Bauleute das Pflaster entfernt und die Fläche auf der einstigen unteren Pflasterinsel oberhalb des historischen Rathauses ein Stück weit freigebaggert haben, sahen Grabungsleiter Ronny Krause und sein Mitarbeiter Michael Hörger Steine der ehemaligen Pferdeschwemme sowie einen früheren Verlauf des Leinakanals samt Decksteinen.

Manches zeige sich anders als auf alten Ansichten und Plänen. Die tatsächliche Lage und die Größenverhältnisse werden nun deutlicher, sagt Karin Sczech, die im Landesamt für Bodendenkmalpflege Fachreferent für das Mittelalter und die Neuzeit und für die Grabungen in Gotha zuständig ist.

Die Pferdeschwemme zu finden, sei allerdings bereits erwartet gewesen. Eine Pferdeschwemme bezog sich einst nicht auf Pferde, sondern auf die von ihnen gezogenen Wagen. Denn Holzräder samt Speichen mussten feucht gehalten werden, damit sie sich nicht zu stark zusammen ziehen, das Holz also immer ein wenig gequollen blieb. Kistenweise sei auch Keramik und anderes Füllmaterial gefunden und zur Begutachtung abtransportiert worden.

Das Grabungsfeld darf von Unkundigen nicht betreten werden. Allerdings erwägt Sczech wieder eine Informationsveranstaltung am Ort des Geschehens wie es sie auch die Grabungen den unteren Hauptmarkt betreffend gegeben hat. Gegraben werde allerdings in der Regel nicht tiefer, als es für das Baugeschehen erforderlich ist, erläutert Sczech auf Nachfrage die Vorgehensweise.

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