Gotha trauert um Bibliograf Helmut Claus

Gotha.  Der gebürtiger Chemnitzer leitete 34 Jahre lang die Forschungsbibliothek Gotha. Im Ruhestand vollendete er sein wichtigstes Werk.

Die Büchersammlung bewahrt die Forschungsbibliothek im Ostturm vom Schloss Friedenstein auf. (Archiv-Foto)

Die Büchersammlung bewahrt die Forschungsbibliothek im Ostturm vom Schloss Friedenstein auf. (Archiv-Foto)

Foto: Wieland Fischer

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Helmut Claus, langjährige Direktor der Forschungsbibliothek Gotha, ist am Sonntag, 26. Juli, in seiner Heimatstadt Gotha verstorben. Darüber informiert die Stadtverwaltung Gotha.

Helmut Claus, 1933 in Chemnitz geboren, wurde 1959 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Landesbibliothek Gotha. Nach einem Fernstudium der Bibliothekswissenschaften promovierte er 1973 über den Leipziger Buchdruck im 16. Jahrhundert. 1962 wurde er stellvertretender Direktor der Landesbibliothek, die 1969 den Namen Forschungsbibliothek Gotha erhielt. Von 1981 bis zu seinem Ruhestand 1996 wirkte er als Direktor der Bibliothek.

Nachdem ihm bereits 1966 die Aufgabe der Melanchthon-Bibliographie übertragen worden war, konnte er dieses Projekt erst im Ruhestand zur Drucklegung bringen. Helmut Claus hat mit seiner Melanchthon-Bibliographie auch die Sammlungs- und Forschungsgeschichte Gothas zu Philipp Melanchthon um eine wichtige Facette erweitert. Die Gothaer Bibliothek bewahrt heute eine der bedeutendsten europäischen Sammlungen von Melanchthoniana. Im Jahr 2018 wurde Helmut Claus für seine Forschungen mit dem Internationalen Melanchton-Preis der Stadt Bretten geehrt. Er hat in seinem langen Forscherleben weitere Publikationen meist zu den Beständen der Bibliothek veröffentlicht.

Die Anteilnahme der Bürgerinnen und Bürger von Gotha gelte Helmut Claus’ Familie, heißt es in der Mitteilung. „Gotha hat einen hervorragenden Bibliothekar und Wissenschaftler verloren“, sagt Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD).

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