Gothaer Medaille zum 300. Geburtstag von Conrad Ekhof

Gotha.  Kulturstiftung Gotha kann dank einer Spende dieses Projekt realisieren und vom Verkaufserlös profitieren.

Eine Conrad-Ekhof-Medaille wird zum 300 Geburtstag des Vaters der deutschen Schauspielkunst aufgelegt. Wolfgang Steguweit hält eines der ersten 150 Exemplare aus 999er Silber.

Eine Conrad-Ekhof-Medaille wird zum 300 Geburtstag des Vaters der deutschen Schauspielkunst aufgelegt. Wolfgang Steguweit hält eines der ersten 150 Exemplare aus 999er Silber.

Foto: Lutz Ebhardt

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Dieses Jahr begeht Gotha den 300. Geburtstag von Conrad Ekhof. Er wird der Vater der deutschen Schauspielkunst genannt, und das barocke Theater im Schloss Friedenstein trägt seinen Namen. „Anlässlich des Jubiläums werden wir Conrad Ekhof nicht nur mit dem alljährlichen Ekhof-Festival ehren – dieses Jahr vom 3. Juli bis zum 29. August“, sagte Knut Kreuch (SPD), der Gothaer Oberbürgermeister, in einer Pressekonferenz. „Die Stiftung wird auch eine neue Dauerausstellung zu Leben und Werk präsentieren, und die Gothaer Kulturstiftung gibt eine Gedenkmedaille heraus.“

Der Gothaer Numismatiker Wolfgang Steguweit hat sich um diese Medaille gekümmert und zeigte nun den ersten Probedruck. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 75-jährige Experte, der sowohl für das Münzkabinett der Gothaer Museen als auch das der staatlichen Museen Berlin gearbeitet und 1991 die Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst gegründet hat.

Spende von 5000 Euro an die Kulturstiftung

Dass Gotha die Medaille auflegen kann, ist einer 5000-Euro-Spende an die Kulturstiftung Gotha zu verdanken. „Dagmar Wieczorek, die inzwischen leider gestorben ist, hatte das Geld im Gedenken an ihren Vater, einen Theaterliebhaber, zur Verfügung gestellt, und deshalb darum gebeten, dass es für die Ehrung zu Conrad Ekhofs 300. Geburtstag genutzt wird“, erklärt Steguweit.

Für die Medaille arbeitete er erneut mit dem Künstlerpaar Heinz Hoyer und Sneschana Russewa-Hoyer zusammen. „Sie haben bereits eine Medaille zum Thüringentag in Gotha sowie die Adlerseite der deutschen Ein- und Zwei-Euro-Münzen gestaltet“, so Steguweit. Für die Ekhof-Medaille haben sie ein Porträt des Schauspielvaters vor der Bühne des Ekhoftheaters platziert. Am Rand wird auf den 300. Geburtstag verwiesen und die Lebensdaten: 12.8.1720 Hamburg – 16.6.1778 Gotha. Hergestellt werden die Medaillen von der Staatlichen Münze Berlin.

150 Exemplare sollen in Feinsilber produziert werden, zehn in vergoldetem Feinsilber. „Für die Herstellungskosten haben wir zwar fast die gesamte Spende benötigt, doch wir werden die Einnahmen aus dem Verkauf der Münzen wieder an die Kulturstiftung spenden. Wenn wir alle loswerden, steht am Ende ein Plus“, ist Steguweit überzeugt.

Ausstellung mit dem Briefmarkensammlern

Zu haben sein wird die Ekhof-Medaille unter anderem bei einer Ausstellung vom 2. bis zum 5. Juli im Kunstforum Gotha über Conrad Ekhof, die zusammen mit dem Gothaer Briefmarkensammlerverein gestaltet werden soll. „Dort zeigen wir auch den Entstehungsprozess einer solchen Medaille“, kündigt Steguweit an. Aber auch beim Stifterwochenende der Kulturstiftung im Mai und beim Ekhoffestival im Sommer soll sie angeboten werden.

Conrad Ekhof gastierte seit 1774 als Schauspieler am Gothaer Hof. Bedeutsam für die Geschichte des deutschen Theaters wurde aber 1775. In diesem Jahr gründete Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg in Gotha das erste stehende deutsche Hoftheater – ein Schauspielensemble im Dienst des Herzogs, das ausschließlich das Schlosstheater bespielte.

Direktor wurde der seit 1774 am Gothaer Hof gastierende Schauspieler Conrad Ekhof, der zudem als einer der besten Schauspieler des 18. Jahrhunderts gilt.

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