Gothas geraubte Gemälde kehren nach 40 Jahren zurück

Gotha.  Auf Pressekonferenzen in Berlin und Gotha wird über die Ergebnisse der Echtheitsprüfung und das Verhandlungsergebnis zur Rückgabe informiert.

Knut Kreuch (SPD), Gothas Oberbürgermeister, zeigt im Jahr 2014 eine Farbabbildung des Gemäldes „Selbstbildnis mit einer Sonnenblume“ von Anthonis van Dyck, die 35 Jahre nach dem Raub im Internet gefunden wurde, obwohl es bis dahin nur Schwarz-Weiß-Abbildungen von den fünf Gemälden gab. Kreuch hat die Suche nie aufgegeben.

Knut Kreuch (SPD), Gothas Oberbürgermeister, zeigt im Jahr 2014 eine Farbabbildung des Gemäldes „Selbstbildnis mit einer Sonnenblume“ von Anthonis van Dyck, die 35 Jahre nach dem Raub im Internet gefunden wurde, obwohl es bis dahin nur Schwarz-Weiß-Abbildungen von den fünf Gemälden gab. Kreuch hat die Suche nie aufgegeben.

Foto: Claudia Klinger (Archiv-Foto)

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Nach mehr als 40 Jahren werden am Montag, dem 20. Januar, fünf aus dem Schloss Friedenstein geraubte Gemälde von Hans Holbein d. Ä., Jan Brueghel d. Ä., Jan Lievens sowie aus den Werkstätten Frans Hals’ und Anthonis van Dycks zum ersten Mal wieder in Gotha zu sehen sein. Sie werden bei einer Pressekonferenz im Herzoglichen Museum präsentiert.

Das kündigte die Stiftung Schloss Friedenstein am Montag an. Bereits am Freitag, dem 17. Januar, werden die fünf Kunstwerke – ebenfalls auf einer Pressekonferenz – bei der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung in Berlin vorgestellt.

„Wer hätte vor ein oder zwei Jahren daran gedacht? Alle Bemühungen waren bis dahin erfolglos, fast vierzig Jahre lang“, sagte Knut Kreuch (SPD), der Gothaer Oberbürgermeister.

Gemälde waren im Juli 2018 zum Kauf angeboten worden

In der Nacht zum 14. Dezember 1979 waren die Gemälde aus den Sammlungen des Gothaer Schlosses Friedenstein gestohlen worden und blieben verschwunden. Fast 40 Jahre später – am 6. Dezember 2019 – gab die Stiftung Schloss Friedenstein bekannt, dass diese Werke möglicherweise wieder aufgetaucht sind. Anonym waren die Gemälde im Juli 2018 über einen Anwalt dem damaligen Stiftungsratsvorsitzenden und Oberbürgermeister von Gotha, Knut Kreuch, zum Kauf angeboten worden.

Äußerst diskret führte Kreuch seitdem mit finanzieller und fachlicher Unterstützung der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung Verhandlungen zur Rückführung der Werke. Im September 2019 wurden die Gemälde unter Beteiligung des Landeskriminalamtes Berlin dem Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen in Berlin übergeben. Das Ziel: ihre Authentizität prüfen.

Untersuchungen mit wissenschaftlichen Fachgutachtern

Diese Untersuchungen mit wissenschaftlichen Fachgutachtern sind laut Stiftung Schloss Friedenstein abgeschlossen. „Die Verhandlungen haben eine Einigung herbeigeführt“, teilt Marco Karthe, Direktor Kommunikation und Bildung der Stiftung, außerdem mit.

Die Ergebnisse und die fünf Gemälde sollen deshalb nun auf zwei Pressekonferenzen in Berlin und Gotha vorgestellt werden. Kreuch wird bei beiden Terminen dabei sein. „Schon am 30. September 2019, als ich als erster Gothaer Bürger die Bilder nach 39 Jahren und neun Monaten sehen durfte, hatte ich Herzklopfen, kalte Hände und wackelige Knie, mehr muss man dazu nicht sagen. Dass es jetzt eine große Freude ist, verdanke ich den Menschen, die an mein Handeln glaubten, mir still halfen und mir die Kraft gaben zu schweigen.“

An beiden Pressekonferenzen werden neben Kreuch auch Stefan Simon, Direktor des Rathgen-Forschungslabors, Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung, und Friederike Gräfin von Brühl, Rechtsanwältin der Stiftung Schloss Friedenstein, teilnehmen.

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