Gothas Wasserkunst wird für die Bundesgartenschau herausgeputzt

Gotha  Steinmetze einer Mühlhäuser Firma bessern die Sandsteine aus, reinigen und verfugen sie. Erster Bauabschnitt fast geschafft, der zweite folgt 2020.

Andreas Frey (von links), Robin Beck und Andreas Kreddig sind Steinmetze und arbeiten an der Sanierung der Gothaer Wasserkunst. Die Arbeiten im ersten Bauabschnitt im unteren Teil neigen sich dem Ende zu. Der zweite Bauabschnitt ist mit dem oberen Teil 2020 geplant. 

Andreas Frey (von links), Robin Beck und Andreas Kreddig sind Steinmetze und arbeiten an der Sanierung der Gothaer Wasserkunst. Die Arbeiten im ersten Bauabschnitt im unteren Teil neigen sich dem Ende zu. Der zweite Bauabschnitt ist mit dem oberen Teil 2020 geplant. 

Foto: Lutz Ebhardt

Andreas Frey, Robin Beck und Andreas Kreddig haben in diesen Tagen einen schönen Arbeitsplatz. Die drei Steinmetze werkeln an der Gothaer Wasserkunst. Sie setzen Sandsteine ein, die in der Werkstatt ihrer Firma, der Denkmalpflege Mühlhausen GmbH, aufgearbeitet worden sind, oder sie passen neue Elemente ein. Dazu verwenden sie – wie beim ursprünglichen Material – Seeberger Sandstein. Sie müssen die Teile verfugen, und sie bessern kleine Schadstellen mit einem speziellen Putz aus. „Dabei sollte es aber möglichst nicht regnen“, sagt Robin Beck. Als es vergangene Woche doch immer mal spritzte, hatte er sich mit seinen Kollegen ein improvisiertes Dach gebaut, um mit den Arbeiten weiter zu kommen.

Begonnen worden war mit der Überholung der Anlage, die 1895 nach einem Entwurf des Tiefbauingenieurs Hugo Mairich entstanden ist, im Juli. „Die letzte Sanierung der Wasserkunst liegt fast 25 Jahre zurück, und der Zahn der Zeit hat seitdem ganz schön an dem Seeberger Sandstein genagt“, sagt Maik Märtin, Pressesprecher der Stadt Gotha. Die Verwaltung habe deshalb die Arbeiten ausgeschrieben und an die Firma Denkmalpflege Mühlhausen Huschenbeth GmbH vergeben.

Risse werden beseitigt und Brüche geklebt

Etwa 330.000 Euro investiert die Stadt in das Projekt. Bei der Sanierung werden die Natursteine gereinigt und entsalzt, Fugen werden erneuert, Risse beseitigt, Brüche geklebt und Steine restauratorisch bearbeitet oder, wo nötig, ergänzt. Das passiert sowohl in der Werkstatt in Mühlhausen als auch vor Ort.

„Es ist eine schöne Aufgabe, weil hier viel Handarbeit gefragt ist“, sagt Robin Beck. „Mir gefällt zudem, an solchen nachhaltigen Projekten beteiligt zu sein.“ Sein Kollege Andreas Frey nickt zustimmend. „In Gotha haben wir zuletzt auch schon am Prinzenpalais und an der alten Post mitgewirkt.“

Nun haben sie sich den unteren Teil der Wasserkunst vorgenommen und werden ihn bis in den November hinein abschließen. Voraussichtlich im März wollen die Steinmetze ihre Arbeit an der Gothaer Wasserkunst fortsetzen und damit bis zum September 2020 fertig werden.

So wünscht es sich auch die Stadtverwaltung. „Denn so wird gewährleistet, dass die Wasserkunst zur Bundesgartenschau 2021 im neuen Glanz erstrahlen kann“, sagt Maik Märtin. Gotha wird Außenstandort der Bundesgartenschau, für die Erfurt den Zuschlag bekommen hat.

Damit die Steinmetze arbeiten können, musste die Wasserzufuhr im Juli abgestellt werden. Auch nächstes Jahr müssen die Gothaer noch aufs Plätschern am Schlossberg verzichten. Allerdings gab es dieses Jahr eine Ausnahme: Zur 650-Jahrfeier des Leinakanals im September wurde die Wasserkunst für eine Woche in Betrieb genommen.

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