Klare Kante

Gut gemeint ist noch nicht gut gemacht

Franziska Gräfenhan
Franziska Gräfenhan 

Franziska Gräfenhan 

Foto: Wieland Fischer

Gotha.  Franziska Gräfenhan über einen wesentlichen Unterschied mit Blick auf das Tierwohl

Große braune Hundeaugen schauen mich aus einem abgemagerten, dreckigen Körper an. Sie flehen um Hilfe und gehen mir - je nachdem wie konzentriert ich gerade auf mein Smartphone schaue - unter die Haut. Im Internet wird Mitgefühl mit dem Leid von Tieren schnell zum Geschäft. Den Handel mit Tieren aus dem Ausland befeuern Experten zufolge die omnipräsenten, emotional aufgeladenen Bilder in den sozialen Medien.

Auch wenn es die meisten Tierliebhaber sicher gut meinen und dem oder anderem leidenden Hunden ein besseres Leben bieten wollen, tun sie diesen im Großen und Ganzen mit dem Kauf wohl kaum einen Gefallen. Denn dieser löst das Problem vor Ort nicht und die Energie und auch das Geld, das manch einer für die Einfuhr aufbringt, wäre an anderer Stelle vielleicht sinnvoller eingesetzt.

Oder kann es im Sinne des Tierwohles sein, einen jungen Welpen allein auf eine viel zu weite Reise zu schicken? Die Antwort ist zumindest für den Amtstierarzt Volker Schneemann klar. Vor ein paar Jahren hat er vier Welpen bei einem Unfall auf der A4 bei Waltershausen sichergestellt. Sie kamen aus Tschechien und waren für Käufer bestimmt, die in Großbritannien zuhause waren. Im Sinne des Tierwohls war dieser extrem lange Weg ganz sicher nicht.