Gute Ausbildung gibt Selbstvertrauen und Sicherheit

Gotha.  Oberstleutnant Jan Heymann, stellvertretender Kommandeur des Aufklärungsbataillons 13, zur Verlegung seiner Soldaten nach Mali und Litauen.

Der Panzerspähwagen Fennek ist ein wichtiges Einsatzmittel der Gothaer Aufklärer. Im Bild Fahrzeuge der 2. Kompanie des Aufklärungsbataillons 13, die sich direkt nach der Rückkehr von einer Übung zum Abschiedsappell eingliederte.

Der Panzerspähwagen Fennek ist ein wichtiges Einsatzmittel der Gothaer Aufklärer. Im Bild Fahrzeuge der 2. Kompanie des Aufklärungsbataillons 13, die sich direkt nach der Rückkehr von einer Übung zum Abschiedsappell eingliederte.

Foto: Peter Riecke

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Auf einen Einsatz im afrikanischen Mali und im baltischen Litauen bereiten sich über 100 Angehörige des in Gotha stationierten Aufklärungsbataillons 13 vor. Bereits am Freitag, dem 14. Februar verabschiedete sich die Truppe mit einem Appell in Mühlberg, der Patengemeinde der 3. Kompanie. Neben geladenen Gästen aus Politik und Bundeswehr kamen viele Angehörige sowie Bewohner aus Mühlberg und Nachbarorten zu der militärischen Zeremonie. Wir fragten Oberstleutnant Jan Heymann, den stellvertretenden Kommandeur des Bataillons, was der Einsatz für die Aufklärer bedeutet.

Es geht nach Mali und nach Litauen. Was unterscheidet die Einsätze?

In Mali sind wir Teil der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen. Mit 12.000 Blauhelm-Soldaten und knapp 1500 Polizisten soll der UN-Einsatz zur Stabilisierung des Landes beitragen, die bedeutend für die territoriale Einheit des Staates ist. Das Mandat des Bundestages erlaubt auch den Waffeneinsatz. Die Situation Litauen betreffend ist vollkommen anders. Die Mitgliedsstaaten der Nato reagieren mit der Mission „Enhanced Forward Presence“ (eFP) auf die Ereignisse in der Ukraine. Doch das Personal „rotiert“ in halbjährlichem Rhythmus, da die NATO-Russland-Grundakte keine dauerhafte Stationierung alliierter Truppen in Osteuropa erlaubt. Es wird jedesmal mit der gesamten Ausrüstung verlegt. „eFP“ hat auch Manöver-Charakter.

„In der Welt unterwegs – in Gotha zu Hause“, dieses Motto beschreibt, was für die Aufklärer charakteristisch ist. Sie absolvieren seit 1999 einen Teil ihres Dienstes im Ausland. Welche Erfahrungen haben sie mit der einheimischen Bevölkerung gemacht?

In einem Land wie Mali wissen sie nie, ob sie wohlgesonnenen Einheimischen gegenüber stehen oder Fanatikern. Da Kontakt zur Bevölkerung zum Einsatz gehört, brauchen die Soldaten interkulturelle Kompetenz. In Litauen sind wir sehr gut aufgenommen, sind dort der litauischen Iron Wolf Brigade unterstellt.

Gibt es Unterstützung für die Familienangehörigen der Soldaten, die für Monate im Auslandseinsatz sind?

Die Unterstützung ist vielfältig. Es gibt die Militärseelsorge, die Arbeitsgemeinschaft Netzwerk Frau, das Soldatenhilfswerk. Das nächste Familienbetreuungszentrum ist in Erfurt, hier in Gotha gibt es eine Familienbetreuungsstelle, die von einem sehr engagierten Stabsfeldwebel geleitet wird. Sie hilft den Angehörigen aller Waffengattungen.

Können sie bei den Einsätzen noch auf Freiwilligkeit setzen?

Die Freiwilligkeit ist durch das Soldatsein gegeben. Wir sind professionelle Streitkräfte, da weiß man, dass Einsätze zum Berufsverständnis gehören. Im Vorfeld der beiden Einsätze gab es keine großen Schwierigkeiten, die Dienstposten zu besetzen. Darauf bin ich stolz.

In welchem Umfang gehen die Aufklärer mehrfach in Auslandseinsätze?

Wir haben Soldaten im Bataillon, die haben bereits 2000 Einsatztage und mehr. Ihre hohe Spezialisierung und hochwertige Ausbildung, gepaart mit der relativ geringen Anzahl dieser Spezialisten, sorgen dafür, dass sie häufiger in den Einsatz gehen müssen als andere. Darüber hinaus haben wir die gleiche hohe Belastung zu tragen wie andere Truppengattungen auch.

Wie gut erleichtert moderne Technik den Einsatz und verringert das Risiko für die Soldaten?

Der Panzerspähwagen Fennek, den wir hauptsächlich nutzen, ist sehr leise und mit hervorragenden „Augen und Ohren“ ausgestattet. Doch allein im gepanzerten Fahrzeug zu sein reicht nicht, es braucht den Soldaten, der Gefahren erkennt. Vertrauen in die Ausbildung und die eigenen Fähigkeiten geben Sicherheit. Auch die „unmanned aerial vehicle“ (UAV), mitunter falsch als Drohnen bezeichnet, da sie unbewaffnet sind, helfen Gefahren rechtzeitig zu erkennen.

Was haben sie zur Vorbereitung der diesjährigen Einsätze getan?

Viel. Es gibt eine für das Einsatzland spezifische Ausbildung. Ich nenne ein Beispiel. Unsere vierte Kompanie hat eine Übung konzipiert, die dritte Kompanie hat sie mit Bravour absolviert, wie die Bewertung ergab.

Wird es trotz der hohen Einsatzbelastung in diesem Jahr einen Tag der offenen Tür in der Friedensstein-Kaserne geben?

In diesem Jahr nicht. Aber der Wille ist da, so einen Tag wieder durchzuführen, denn die Resonanz mit tausenden Besuchern ist enorm.

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