Karnevalisten eröffnen in Finsterbergen Faschingssaison

Finsterbergen.  Der Finsterberger Karneval Klub (FKK) eröffnete mit seinem ersten Büttenabend die Faschingssaison.

Traditionell eröffneten Silke Baumbach und Volkmar Weingart den Büttenabend mit dem Faschingsschlager „An der Lindetür“ und der Prinzengarde.

Traditionell eröffneten Silke Baumbach und Volkmar Weingart den Büttenabend mit dem Faschingsschlager „An der Lindetür“ und der Prinzengarde.

Foto: Lutz Ebhardt

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Der Finsterberger Karneval Klub – kurz FKK – stimmte am Samstagabend im vollbesetzten Saal des Hotels Zur Linde mit dem ersten Büttenabend auf den Höhepunkt der mittlerweile 46. Saison ein, die unter dem diesjährigen Motto „Manche mögen’s heiß“ steht.

Dem vorausgegangen waren im November 2019 der gelungene Saisonauftakt mit Rathaussturm, Faschingseröffnung und Galatanzabend Réunion. Die Frauen und Männer um die FKK-Präsidentin Liane Heft hatten sich erwartungsgemäß wieder viel einfallen lassen. Traditionell ging es pünktlich um 20 Uhr mit dem Einmarsch der Kanoniere los, die den Büttenabend mit einem Konfettiregen und lauten Salutschüssen einläuteten.

Nach dem Einmarsch des Elferrates und der Funkengarde präsentierte die Präsidentin mit Stefanie IV. und Thomas V. das diesjährige Prinzenpaar. Dahinter verbarg sich das als Ur-Finsterberger bekannte Ehepaar Einsporn. Thomas erzählte, dass er bereits als Zehntklässler beim Fasching als Resi mit dem Traktor dabeigewesen sei.

Elferrat in harten Verhandlungenmit den neuen Majestäten

Der Elferrat sei jedoch trotz mehrerer Gläser Bio-Bier und Öko-Wein bei den Einsporns zunächst auf harten Stein gestoßen, ehe sie sich doch überzeugen ließen. Sie hätten den FKK jahrelang zappeln lassen, resümierte die Präsidentin mit einem Augenzwinkern. Nachdem sie das Medium-Sextett Wölfis als langjährige FKK-Hofkapelle vorgestellt hatte, begann das mehr als vierstündige Programm mit einem Tanz der Prinzengarde zur Musik der Gruppe Pur. Daran schloss sich traditionell der von Silke Baumbach und Volkmar Weingart vorgetragene Faschingsschlager „An der Lindetür“ an.

Ebenfalls ein fester Programmpunkt ist die Eröffnungsrede der FKK-Präsidentin, in der Liane Heft das aktuelle Zeitgeschehen auf die Schippe nahm. Die Finsterberger Narren würden alles mit Humor nehmen, selbst „wenn die Welt untergeht und am Ortsausgang immer noch die Ampel steht.“ Eine hundertprozentige Klimaaktivistin könne sie allerdings nicht werden, obwohl sie sich ein Gemüsenetz gekauft habe und ihren Cocktail nun ohne Strohhalm schlürfe. Nach dem Hexentanz der FKK-Minis betrat die inzwischen 13-jährige Malena Burkhardt bereits zum vierten Mal die Bühne, obwohl sie inzwischen nicht mehr die jüngste Büttenrednerin ist. Sie widmete sich dem leidigen Thema Pisa-Studie, nach der sie immer noch dumm sei, obwohl sie bereits seit sieben Jahren in der Schule rumsitzt.

Ihre Devise lautet: „Wer nichts macht, macht keine Fehler.“ oder „Wer nichts lernt, kann nichts vergessen.“ Wenn ein Lehrer Montag früh in Null-Bock-Gesichter schaue, so seien das zunächst die seiner Kollegen. Malena habe den Verdacht, dass man sie mit Absicht dumm mache. Die deutschen Schüler würden nicht schlechter, sondern andere nur besser, lautete ihr Resümee.

Mit der erst neunjährigen Carlotta Popp betrat anschließend eine talentierte Nachwuchsbüttenrednerin die Bühne und nahm mit der Schultasche auf einer Bank Platz, um auf den fliegenden Schulbus zu warten. Gerade habe sie noch so schön geträumt, dass jemand anderes ihr Zimmer aufräumt. Auch sie setzte sich mit den Tücken des Schulalltags auseinander. So könne sie perfekt Französisch, Italienisch und Griechisch – allerdings nicht sprechen, sondern essen. Damit hatte sie die Lacher auf ihrer Seite.

Nach einem weiteren Tanz der Funkengarde betrat der FKK-Figaro unter frenetischem Beifall die Bütt. Alle waren gespannt, was sich das Gründungsmitglied Norbert Pauer diesmal hatte einfallen lassen. Die Themenpalette reichte von der „heiligen Greta“ bis zum Dieselskandal. Sein Fazit lautete, dass es keinen Sinn mache, seinen Diesel zu verkaufen, um anschließend eine Kreuzfahrt zu machen. Früher sei alles nachhaltig gewesen. Als Beispiel nannte der Figaro das gemeinsame Bad in der Zinkbadewanne, bei dem man froh sein konnte, nicht der Letzte zu sein. Aber auch die aktuelle Politik bekam ihr Fett weg, so „das lebende Haarteil“ Trump und die Bundeskanzlerin Merkel, hinter der als einziger noch geschlossen der Berliner Flughafen stünde.

Es folgte der inzwischen legendäre Schnelldurchlauf der Ereignisse des vergangenen Jahres. Zu den Schlagwörtern zählten unter anderem: Gemälde im Schloss Friedenstein da, Juwelen im Grünen Gewölbe weg. Danach kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. „Auf die Dauer hilft nur Pauer“, resümierte der Moderator. Nach den FKK-Teenies betrat mit Melanie Burkhardt ein weiteres FKK-Urgestein die Bütt, diesmal verkleidet als Teufel aus der Hölle, um den Gästen ihre Todsünden wie Gier und Neid vorzuwerfen. „Hass und Rachsucht, blinder Groll, davon ist die Menschheit voll“ lautete ihr Fazit. Danach ging es noch stundenlang ohne Pause weiter. Zu den Höhepunkten zählten die Tänze der Hupfdohlen und des Männerballetts sowie die Büttenreden von Pater Antonius, des Hausmeisters sowie von Fritz und Melanie.

Am Samstag, 25. Januar, starten um 14 Uhr der Seniorennachmittag und um 20 Uhr der Büttenabend im Finsterberger Hotel Zur Linde.

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