Komfort statt Platzangst: Moderste Technik für Gothaer Radiologen

Gotha  Der neue Kernspintomograph im Medizinischen Versorgungszentrum bietet Vorteile für Arzt und Patient, die aus dem ganzen Landkreis anreisen.

In die Röhre geschaut: Die Radiologen Ingrid Dehne (links) und Jochen Weigt sowie die MRT-Assistentinnen Antje Bernd und Nicole Tannert (von links) am neuen MRT der Praxis.

In die Röhre geschaut: Die Radiologen Ingrid Dehne (links) und Jochen Weigt sowie die MRT-Assistentinnen Antje Bernd und Nicole Tannert (von links) am neuen MRT der Praxis.

Foto: Jochen Weigt (2), Victoria Augener

Millimeterarbeit bedarf es, um das sechs Tonnen schwere Gerät durch eine Dachluke hindurch in den Raum zu heben. Für die neue Magnetresonanztomographie, kurz MRT oder Kernspintomograph, wurden sogar Wände in der Radiologische Praxis von Jochen und Ursula Weigt, einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), versetzt. Während die Hälfte der Räume eine Baustelle ist, bleibt das Ärzteehepaar gelassen. Sie wissen, dass das neue Gerät Arztbesuche für ihre Patienten angenehmer machen wird.

Sich in die Röhre zu legen, wie man es umgangssprachlich nennt, ist für viele Patienten eine Überwindung. Nicht selten überkommt sie Platzangst, während sie minutenlang still liegen müssen.

50 Untersuchungen pro Tag für vier Ärzte

Das neue MRT in dem Gothaer MVZ hat eine breitere Röhre, rund 70 Zentimeter im Durchmesser, und lässt den Patienten so mehr Raum, während sie gescannt werden. Ein Kissen gibt dem Patienten Signale und reduziert Scannergeräusche. Über einen Display im Inneren werden zusätzlich Informationen übermittelt und es sei sogar möglich, die Lieblingsserie während der Untersuchung zu schauen, verspricht der Hersteller.

Außerdem sollen die Untersuchungen schneller beendet sein. „Statt 25 Minuten sollen es jetzt nur noch 15 Minuten sein“, erklärt Radiologe Jochen Weigt. Er hat die Praxis mit seiner Frau Ursula aufgebaut und sie 25 Jahre lang geleitet. Nun ist er dort der Geschäftsführende Arzt.

50 Untersuchungen stehen für die insgesamt vier Radiologen jeden Tag an, 50 Patienten mit ganz individuellen Problemen. Vom Bänderriss bis zur Hirnblutung können die Mediziner mit Hilfe des MRT vielerlei Diagnosen stellen. Rund 30.000 Untersuchungen sind es im Jahr und das Interesse steigt, meint Jochen Weigt – „Die Patienten wollen alle 100 Jahre alt werden.“

Aus dem gesamten Landkreis kommen Menschen in die Praxis am Gothaer Ekhofplatz, auch Patienten des SRH Klinikums Waltershausen-Friedrichroda. Das MVZ ist seit April 2018 fester Bestandteil der SRH-Gruppe. Doch schon seit rund zehn Jahren werden stationäre Patienten in der Gothaer Praxis aufgenommen, da es in Friedrichroda keinen Kernspintomographen gibt.Die Kosten für das neue Gerät, rund 1,3 Millionen Euro, hat das Klinikum, das zugleich eine Stiftung ist, übernommen. Hinzu kommt eine neue Klimaanlage im Keller der Praxis, die gebaucht wird, um die Spule im MRT zu kühlen.

Gaswolke löst Feuerwehreinsatz aus

Die Kupferspule wird in flüssigem Helium gekühlt. Als dieses abgelassen werden musste, um einen ausgedienten Kernspintomographen zu entsorgen, wäre beinah die Feuerwehr angerückt, erinnert sich Ursula Weigt. Das Gas hing in einer Wolke über der Praxis – zur Beunruhigung von Anwohnern.

Jochen Weigt freut sich über die gute Zusammenarbeit mit dem SRH-Klinikum, denn durch die Übernahme der früheren Praxis wurden die Arbeitsplätze der 20 Angestellten und die Versorgung der Patienten langfristig gesichert.

In zwei Wochen soll das neue MRT bereit sein, den ersten Patienten zu scannen. Dann werde man sehen, was die moderne Technik kann, sagt Jochen Weigt.

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