Kreis Gotha: Tafeln signalisieren den Waldumbau

Oberhof.  Das Modellprojekt für die mittleren und hohen Lagen des Thüringer Waldes wird vorgestellt.

Sie freuen sich über die Infotafeln: Bernd Wilhelm, Leiter Forstamt Oberhof, Frank Hermann vom Landesjagdverband, Tobias Söllner, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Ingolf Profft vom FFK in Gotha, Sonja Gockel (FFK), Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz und Corinna Geißler (FFK).

Sie freuen sich über die Infotafeln: Bernd Wilhelm, Leiter Forstamt Oberhof, Frank Hermann vom Landesjagdverband, Tobias Söllner, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Ingolf Profft vom FFK in Gotha, Sonja Gockel (FFK), Oberhofs Bürgermeister Thomas Schulz und Corinna Geißler (FFK).

Foto: Klaus-Dieter Simmen

Seit acht Jahren gibt es das Modellprojekt „Waldumbau in den mittleren, Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes“ unter Regie des Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrums (FFK) in Gotha, an dem die Forstämter in Oberhof, Frauenwald und Finsterbergen beteiligt sind. Zwei weitere Jahre läuft es noch. Seit kurzem weisen zwei großflächige Infotafeln auf dieses Projekt hin. Nahe des Parkplatzes Rennsteiggarten steht die eine, unweit der Schmücke die andere. Damit markieren sie die Fläche des Modellprojekts. „Das ist bei den Menschen in der Region nicht unbemerkt geblieben“, sagt Corinna Geißler, Leiterin des FFK. „Die Infotafeln sollen auf das veränderte Waldbild einstimmen.“

Der Klimawandel macht einen Umbau der Wälder unabdingbar. Das Projekt soll den Thüringer Förstern als Leitfaden für den Waldumbau in ihrem eigenen Revier dienen. Auf über 8000 Hektar wurde die Monokultur der Fichte aufgebrochen. Was allerdings nicht heißt, dass die Nadelbaumart verschwindet, im Gegenteil. Sie wird weiter das Bild in den Hoch- und Kammlagen bestimmen, aber eben nicht mehr ausschließlich. Weißtanne ist hinzugekommen, Laubbäume wie Bergahorn und Buche sorgen für einen Mischwald, der mit den veränderten klimatischen Bedingungen deutlich besser zurechtkommt.

„Wie sehr sich die Öffentlichkeit für dieses Projekt interessiert, erleben wir immer wieder bei Baumpflanzaktionen“, freut sich Corinna Geißler. Besonders Schüler engagieren sich, wenn kleine Weißtannen oder Laubbäume in den Waldboden kommen. In einigen Gebieten haben die Förster Weißtanne ausgesät. Das bringe Vorteile mit sich, so Ingolf Profft vom FFK. „Die Samen wurzeln in der Erde, in der auch der Baum sein Leben verbringt. Der Samen kommt aus eigener Ernte im Lauchagrund bei Tabarz, was ebenfalls von Nutzen ist.“

All das steht natürlich nicht auf den Infotafeln. „Das wäre zu viel und würde die Autofahrer ablenken“, sagt Corinna Geißler. „Doch wer vorüber kommt, der erfährt: Hier wird etwas für die Zukunft unseres Waldes getan.“