Kulturkonsum in Gotha schließt noch vor der Eröffnung

Gotha.  Alle Projekt des Gothaer Theatervereins Art der Stadt liegen auf Eis. Auch das Weihnachts-Schauspiel „Wunschpunsch“ ist abgesagt.

Lisa Erdmann im Kulturkonsum in Gotha, der nun erst einmal alles ausfallen muss.

Lisa Erdmann im Kulturkonsum in Gotha, der nun erst einmal alles ausfallen muss.

Foto: Bernd Seydel

Nach der Zwangspause ab dem Frühjahr hatte der Gothaer Theaterverein Art der Stadt im September einen neuen Spiel- und Veranstaltungsplan präsentiert. Doch die geplanten Premieren und Aktivitäten fallen erneut den pandemiebedingten Einschränkungen zum Opfer. Nachdem man mit dem Aufbaus des Projekts Kulturkonsum begonnen hatte, wird die Aktion frühestens im Frühjahr verwirklicht.

„Unser Ziel war es, sechs Wochen einen alternativen Kunst- und Kulturraum auf dem Buttermarkt zu eröffnen“, sagt Lisa Erdmann, Künstlerin und Pädagogin, die das Projekt leiten wollte. „Besonders jungen Künstlerinnen und Künstler wollten wir eine Möglichkeit geben, sich zu zeigen.“ Der Konsum lehnt sich an die gleichnamigen Geschäfte in der DDR an, in denen es allerlei für den täglichen Bedarf gab. Im Kulturkonsum sollte es für Außenstehende die Möglichkeit geben, mitzumachen, gemeinschaftlich Wände zu gestalten und Kunst zu schaffen. Dafür hatte der Verein eine leerstehende Ladenfläche auf dem Buttermarkt genutzt. Das Projekt sollte über das Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert werden.

„Wir sind als Art der Stadt immer auch ein Ort der Begegnung, des Gesprächs“, sagt Projektleitern Daniela Rockstuhl. Schaufensterlesungen, Lichtinstallationen, Künstlerworkshops, Gesprächsrunden, Präsentationen stand auf der Planungsliste für den Kulturkonsum. „Wir haben mit dem Hygieneamt versucht, eine machbare Version zu entwickeln. Jetzt müssen wir feststellen: Das geht nicht “, so Rockstuhl. Auch die Premiere des „Wunschpunsch“, des Weihnachtsstücks vom Art der Stadt, wird abgesagt. „Wir können unter den jetzigen Bedingungen nicht mehr generationenübergreifend proben“, erklärt Katharina Vötter, die neben Christian Mark für die Regie verantwortlich ist.

„Wir haben auch über Onlinevarianten nachgedacht – aber ehrlich, das ist nicht das, was wir mit unserem Spiel erreichen wollen.“