Mehr moderne Wohnungen – auch im Stadtteil Gotha-West

Gotha.  Baugesellschaft Gotha investiert dieses Jahr unter anderem am Klosterplatz und in der Böhnerstraße.

Die Baugesellschaft Gotha plant 2020 unter anderem, die Schmuckfassade an der Innungshalle auf dem Hauptmarkt an geschädigten Stellen zu sanieren.

Die Baugesellschaft Gotha plant 2020 unter anderem, die Schmuckfassade an der Innungshalle auf dem Hauptmarkt an geschädigten Stellen zu sanieren.

Foto: Claudia Klinger

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Die großen Baustellen fallen gleich ins Auge, die kleinen nur bei genauem Hinsehen. Das ist auch bei der Baugesellschaft Gotha (BGG) so. Das städtische Unternehmen, das 4572 Wohnungen im Bestand hat, widmet sich nicht nur dem Modernisieren ganzer Häuser, sondern kümmert sich auch ums Ausbessern der schadhaften Stellen an der Schmuckfassade der Innungshalle. „Eigentlich wollten wir das schon im Herbst machen, aber durch die Baustelle auf dem Hauptmarkt hat es sich verzögert“, sagt Christine Riede, die Geschäftsführerin der Baugesellschaft.

Vorbereitungen für die neue Jugendherberge haben begonnen

Nicht weit entfernt ragt am Klosterplatz ein Kran in den Himmel. In der Nummer 2, einem Plattenbau, wird seit September saniert. „Dort entstehen elf moderne Wohnungen, die per Aufzug zu erreichen sind, sowie Gewerberäume im Erdgeschoss“, sagt Riede. Bis vergangenes Jahr hatte die Baugesellschaft nebenan in der Augustinerstraße 20 2,5 Millionen Euro investiert, um einen Plattenbau zu modernisieren. „Die 14 neuen Wohnungen sind alle vermietet“, freut es Riede.

Und das Bauen in diesem Quartier geht weiter. Denn an der Ecke Klosterplatz/Jüdenstraße soll in den alten Plattenbauten eine Jugendherberge entstehen. „Für die Planung läuft derzeit die Ausschreibung. Weil es so ein großes Projekt ist, muss das bereits europaweit geschehen. Zum Glück haben wir mehrere Bewerbungen“, sagt Riede.

Ebenfalls in der Innenstadt wird die Westfassade des Gebäudes Blumenbachstraße 5 saniert. Noch dieses Jahr möchte die BGG den Wiederaufbau des Hauses Hauptmarkt 18 in Angriff nehmen. „Wir wollen es bis Ende 2021 schaffen, den letzten Schandfleck am Hauptmarkt zu beseitigen“, so die Geschäftsführerin. Zehn Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten sollen entstehen. Die Investitionskosten werden auf zwei Millionen Euro geschätzt.

„Doch wir widmen uns nicht nur der Innenstadt, sondern auch Gotha-West. Schließlich liegen 40 Prozent unserer Wohnungen in diesem Stadtteil.“ Vergangenes Jahr waren drei Flachdächer in der August-Creutzburg-Straße 1-23 instandgesetzt sowie die Fassaden von zwei Wohngebäuden in der Von-Zach-Straße saniert worden. „Dieses Jahr geht es am Coburger Platz und in der Böhnerstraße weiter.“

Aufzüge sollen ans Haus gebaut werden

Die Komplexsanierung in der Böhnerstraße 1-17 sei schon lange vorbereitet worden. Der Plattenbau stammt von 1973. „Wir greifen auch in die Grundrisse ein: Statt bisher 90 wird es nach der Sanierung nur noch 70 Wohnungen geben“, sagt Riede. Es gebe jeweils eine Zwei- und eine Vier-Raum-Wohnung auf einer Etage. „Denn so können zum Beispiel Familien mit Kindern in der großen und gegenüber die Großeltern in der kleinen Wohnung einziehen. Wir hatten Nachfragen nach solchen Angeboten.“

Geplant sei, Aufzüge ans Haus zu bauen, „denn wir möchten auch die ältere Bevölkerung in diesem Stadtteil halten“, so Riede. Vier Millionen Euro sind veranschlagt, Mitte des Jahres soll das Projekt starten.

Am Coburger Platz 1, einem hohen Haus mit Ein-Raum-Wohnungen, will die BGG die Fassade sanieren und die Balkonbrüstungen erneuern. Christien Riede: „Bei der Gestaltung wird es künftig ein Coburg-Motiv an der Fassade geben.“

Neben den großen Vorhaben stecke die Firma jedes Jahr zwei Millionen Euro in die Instandhaltung der Wohnungen. Wohnungsnot sieht Riede nicht: „Unser Leerstand liegt konstant bei sechs Prozent, und etwa drei Prozent davon sind leer stehende Wohnungen in den obersten Etagen geschuldet, denn, das ist unsere Erfahrung, kaum jemand möchte noch da hoch laufen.“

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