Tabarzer Alpine wollen Inselsberg-Lift testweise betreiben

Bad Tabarz  Im Auftrag der Gemeinde Bad Tabarz kümmern sie sich insbesondere für ihr Training um die Anlage. Noch bremst sie der Lockdown aus.

Burkhard Hanisch, Leiter der Abteilung Alpinski im Tabarzer Sportverein (von links), Vereins-Kassenprüfer Andreas Pfeifer und Betriebsleiter Fred Köhler hoffen, dass der Tabarzer Sportverein den Lift am Inselsberg in diesem Winter noch in Betrieb nehmen kann - vorrangig für das Training der starken Alpinski-Abteilung.

Burkhard Hanisch, Leiter der Abteilung Alpinski im Tabarzer Sportverein (von links), Vereins-Kassenprüfer Andreas Pfeifer und Betriebsleiter Fred Köhler hoffen, dass der Tabarzer Sportverein den Lift am Inselsberg in diesem Winter noch in Betrieb nehmen kann - vorrangig für das Training der starken Alpinski-Abteilung.

Foto: Claudia Klinger

Nach etlichen Wintern mit wenig Schnee sind die Bedingungen in dieser Saison mal wieder richtig gut für Wintersport. Und die Mitglieder der Abteilung Alpinski im Tabarzer Sportverein würden sehr gern auf dem Abfahrtshang am Großen Inselsberg trainieren. Doch der Schlepplift, der bisher vom Gemeindewerk, einem Eigenbetrieb der Gemeinde Bad Tabarz, betrieben wurde, steht still. Er darf wie alle derartigen Sportanlagen in Deutschland zur Eindämmung der Corona-Pandemie derzeit nicht öffnen.

„Und dabei wollten wir ab Anfang Januar einen besonderen Testlauf machen“, sagt Burkhard Hanisch, Leiter der Abteilung Alpinski. „Denn wir haben den Lift probeweise in unsere Regie genommen.“ Die Gemeinde sei auf den Sportverein zugekommen und habe diese Variante ins Spiel gebracht.

„Wegen immer weniger Schneetagen aufgrund des Klimawandels sind die wirtschaftlichen Verluste bei der Betreibung unseres Skiliftes immer größer geworden“, sagt Heiko Sutschek, der Leiter des Gemeindewerkes. „Wir wollten das Skigebiet nicht komplett aufgeben, aber dennoch deutlich weniger Minus wegen des Lifts in der Gemeindekasse haben.“ In der Zusammenarbeit mit der Alpinski-Abteilung sei für diese Idee eine Lösung gefunden worden.

Schlepplift und Skigebiet gehören der Gemeinde

Gemeinde, Gemeindewerk und die Alpinen des Sportvereins haben dafür eine vertragliche Vereinbarung getroffen. „Der Schlepplift und das gesamte Skigebiet gehören weiter der Gemeinde Bad Tabarz. Wir übernehmen auch alle mit dem Schlepplift in Verbindung stehenden Verwaltungsaufgaben sowie Betriebskosten, TÜV-Kosten und Versicherungen“, erklärt Heiko Sutschek.

„Wir sind sehr froh über diese Lösung“, sagt Andreas Pfeifer, Kassenprüfer des Sportvereins und selbst Alpinskifahrer. Da die Vereinbarung nur mit der Alpinski-Abteilung geschlossen wurde, würden die anderen Sparten des Tabarzer Sportvereins damit nicht belastet.

Die Nachfrage am alpinen Skisport sei in Bad Tabarz ungebrochen. „Unsere Abteilung zählt an die hundert Mitglieder, davon viele Kinder und Jugendliche. Insbesondere ihnen wollen wir weiterhin das Training ermöglichen", sagt Burkhard Hanisch.

Beschäftigte sind fast alle schon Rentner

Dafür haben sie die Voraussetzungen geschaffen. „Für den Liftbetrieb beschäftigen wir künftig nur noch Pauschal- und ehrenamtliche Kräfte, damit wir diese Kosten stemmen können“, so Hanisch. Wichtig dabei: Es muss immer ein Betriebsleiter dabei sein, wenn der Lift läuft. "Drei unserer Leute haben diese Ausbildung", ist Burkhard Hanisch froh.

Allerdings seien 80 Prozent dieser Mitarbeiter bereits Rentner - so wie Fred Köhler. Schon seit 50 Jahren arbeitet er im Winter am und für den Lift am Inselsberg. „Wir suchen langfristig dringend Jüngere, die helfen, dass dieses Skigebiet eine Zukunft haben kann“, sagt Andreas Pfeifer.

Die Sportler wollen den Lift bei ausreichender Schneelage und wenn die Corona-Verordnung das irgendwann wieder zulässt, freitags bis sonntags öffnen, dann auch für die Öffentlichkeit. Trainingsbetrieb sei auch in der Woche erwünscht. Über die Winterferien wollte der Verein noch nachdenken.

Doch da die Thüringer Winterferien auf die letzte Januarwoche vorgezogen werden und bis Ende des Monats der Lockdown gilt, hat sich das erledigt. Andreas Pfeifer: „Wir wären froh, wenn wir in dieser Saison überhaupt noch mit einem Testlauf beginnen können. Sonst müssen wir es auf den nächsten Winter verschieben.“