Tambach-Dietharzer Idee wird Gesetz

Tambach-Dietharz.  Einen Tag der offenen Tür gab es an der Regelschule „Am Rennsteig“ – viele ehemalige Schüler kamen zu Besuch.

Chantal ist zwölf und Lara zehn Jahre alt. Die Geschwister nutzten den Tag der offenen Tür, um schon ein wenig für Weihnachten zu basteln.

Chantal ist zwölf und Lara zehn Jahre alt. Die Geschwister nutzten den Tag der offenen Tür, um schon ein wenig für Weihnachten zu basteln.

Foto: Klaus-Dieter Simmen

Die Regelschule „Am Rennsteig“ in Tambach-Dietharz braucht sich keine Sorgen zu machen. Mit 240 Schülern ist sie gut ausgelastet. Alle Klassenstufen, sieht man von der fünften ab, laufen zweizügig. Trotzdem lassen es sich Schulleitung und Kollegium nicht nehmen, alljährlich zu einem Tag der offenen Tür einzuladen. „Es geht uns auch nicht vordergründig um Werbung neuer Schüler“, sagt Jaqueline Rausch, stellvertretende Schulleiterin. Natürlich wolle man sich präsentieren, aber auch mit Eltern ins Gespräch kommen. „Und wir Lehrer freuen uns darauf, einmal einen anderen Tag mit den Mädchen und Jungen im Schulgebäude zu verbringen.“

Die Regelschule „Am Rennsteig“ ist in der Region bestens vernetzt. Das und die eher familiäre Atmosphäre zeichnen die Einrichtung aus. Besonders in der Berufsvorbereitung gilt sie als Vorreiter. Was der ehemalige Schulleiter Bernd Preißler bereits vor zehn Jahren aus der Taufe hob, will die Thüringer Landesregierung nun zum Gesetz erheben. „Unsere Praxistage haben sich bewährt. Die Betriebe in der Region stehen den Schülern offen“, erzählt Rausch, die an der Regelschule die Praxistage betreut. Und mit Region sind nicht nur die Betriebe in Tambach-Dietharz gemeint, sondern auch in Georgenthal, Herrenhof und Hohenkirchen. So können sich die Mädchen und Jungen in einer Vielzahl unterschiedlicher Berufe umsehen.

„Maximal besuchen sie vier Einrichtungen oder Betriebe. Sollten die Erfahrungen präzisiert werden, sind auch nur zwei möglich“, erzählt die stellvertretende Schulleiterin. Am Ende halten viele Absolventen der Regelschule in Tambach-Dietharz einen Lehrvertrag in der Tasche, ehe sie ihren Schulabschluss gemacht haben. Das gibt Sicherheit in doppelter Hinsicht, denn die Schüler haben keine falschen Vorstellungen von ihrer Ausbildung. Und sie bleiben in der Region.

Gegenwärtig gibt es Anfragen von Unternehmen aus Ohrdruf beispielsweise, die auch an den Praxistagen teilnehmen wollen. „Aus technischen Gründen ist das nicht möglich“, bedauert Rausch. Sie hofft auf das neue Gesetz aus dem Kultusministerium. „Vielleicht schafft uns das Möglichkeiten, den Kreis zu erweitern.“ Am Samstag kamen nicht nur Eltern oder Geschwister, die sehen wollten, wie Schwester oder Bruder lernen. Viele Ehemalige nutzten den Tag der offenen Tür, um wieder einen Blick in ihre alte Schule zu werfen.

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