Weißkraut live in Dachwig

Dachwig  Zum zwölften Male Sauerkrautfest im Hof des Heimat- und Museumsvereins mit Dill, Knoblauch, Salz, Pfeffer und Kümmel als Gewürzen

Hans-Dietrich Heyn und Thomas Herich beim Hobeln der Weißkrautviertel, die zuvor andere Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins schnitten.

Hans-Dietrich Heyn und Thomas Herich beim Hobeln der Weißkrautviertel, die zuvor andere Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins schnitten.

Foto: Peter Riecke

Einen an allen Tischen und Bänken voll besetzen Museumshof in der Langen Straße bescherte am Samstagnachmittag das nunmehr 12. Sauerkrautfest des Heimat- und Museumsvereins in Dachwig.

Doch auch wenn es Sauerkrautfest heißt, geht es zunächst um Weißkraut, den Ausgangsstoff. Krautkopf für Krautkopf zerschnitten die fleißigen Vereinsmitglieder, die seit zwei Jahren auch infolge des großen Interesses an Fest und Produkt von der örtlichen Kirmesgesellschaft unterstützt werden. Die Strünke wurden entfernt, dann das Kraut fein gehobelt und anschließend mit Dillsamen, Knoblauch, Pfefferkörnern, Salz und danach je nach Geschmackswunsch auch mit Kümmel gewürzt, dann gestampft, um den Milchsäurebakterien mehr Angriffsfläche zu bieten. Das gewürzte und gestampfte Kraut kann dann erworben werden. Der Erlös kommt dem Erhalt und Heimatmuseums zugute.

Ein Handzettel, der allen Krautkäufern mitgegeben wird, empfiehlt, das Kraut mit einem Leinentuch abzudecken und das Tuch mit einem Stein oder ähnlichem zu beschweren. Dann soll das Kraut zum Gären an einen warmen Ort. Wenn nach etwa drei Wochen keine Bläschen mehr aufsteigen, könne es kalt gestellt werden. Ab- und zu sei zu kontrollieren, ob das Kraut noch mit Wasser bedeckt ist. Gegebenenfalls solle leicht gesalzenes Wasser aufgefüllt werden. Man erhalte ein Lebensmittel mit mehr Vitamin C als manche Südfrüchte, erinnerte Vereinsvorsitzender Wolfgang Gebhardt.

Auf dem Sauerkrautfest wurde auch für das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz gesammelt. Die Unterstützung sei traditionell, so Gebhardt. Die Kultureinlage kam von Adelbert Brossart, der eine in Dachwig einst von der Firma Max Andreas um 1900 gebaute Drehorgel mitbrachte und darauf spielte.

Am Wahlsonntag, dem 27. Oktober ab 11 Uhr findet das Sauerkrautfest nun zum 6. Male eine Fortsetzung im Mühlenhof Bosse in der Dachwiger Langen Straße 57.

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