FC Carl Zeiss Jena: So reagiert Teamchef René Klingbeil auf Corona-Pause

Jena.  Beim Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena mehren sich die Sorgenfalten. Eine neue Allgemeinverfügung der Stadt Jena lässt vier weitere Heimspiele wackeln.

René Klingbeil setzt harte Trainingseinheiten beim FC Carl Zeiss Jena an.

René Klingbeil setzt harte Trainingseinheiten beim FC Carl Zeiss Jena an.

Foto: Tino Zippel

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René Klingbeil schaut auf den Ticker in seinem Telefon und runzelt die Stirn. „Eine solche Situation habe ich noch nicht erlebt“, sagt der Teamchef des FC Carl Zeiss Jena. Angesichts der Corona-Krise hat er die sportliche Planung umgestellt.

Ursprünglich sollten die Jenaer am Sonntag gegen den Chemnitzer FC spielen. Doch mit der Verschiebung der nächsten beiden Spieltage durch den Deutschen Fußball-Bund ergeben sich neue Möglichkeiten im Training. „Wir haben nach dem Belastungstag am Mittwoch auch am Donnerstag ein schärferes Programm als üblich angesetzt“, berichtet Klingbeil. Am Freitag warten gleich zwei Konditionseinheiten auf die Mannschaft, die nach derzeitigem Stand erst am Sonnabend in einer Woche (21. März) ihr nächstes Spiel hat.

Weitere Heimspiele durch Allgemeinverfügung gefährdet

„Unser Fokus liegt voll auf der Partie gegen den 1. FC Kaiserslautern“, sagt Klingbeil. Doch ob das Heimspiel über die Bühne gehen kann, ist unklar. Die Stadt Jena verschärft das Veranstaltungsverbot ab diesem Wochenende. Demnach sind nun auch Sportereignisse mit mehr als 100 Teilnehmern verboten. Selbst bei einem Geisterspiel müssten inklusive Mannschaften, Schiedsrichterteam, Kameraleuten und Sicherheitsmännern mehr Menschen ins Stadion, was aber nicht gestattet ist. Die Anordnung der Stadt gilt bis zum 19. April - vorerst. Damit stehen insgesamt vier Heimspiele der Jenaer auf der Kippe, die bis zum regulären Saison­ende am 16. Mai kaum nachzuholen sind.

Überlegungen des Deutschen Fußball-Bundes, die Saison womöglich abzubrechen, lässt Klingbeil nicht an sich herankommen. „Die Mannschaft war zum Glück sehr fokussiert in dieser Trainingswoche, alle haben voll mitgezogen“, sagt der Teamchef, der aber auch die Entwicklungen etwa bei Zweitligist Hannover 96 beobachtet. Dort steht die ganze Mannschaft nach zwei Corona-Fällen für zwei Wochen unter Quarantäne. Normalerweise müssten sich die Spieler nach einer solchen Pause wieder zwei Wochen vorbereiten, bis sie fit für ein Pflichtspiel seien. Klingbeil zieht einen Vergleich zur Pause über Weihnachten, nach der in allen Ligen im Januar eine Vorbereitung auf die Pflichtspiele folgte.

Geisterspiele als Gruselszenario

Gespannt erwartet auch die Jenaer Mannschaft, was die Sitzung aller Drittligisten am kommenden Montag ergibt. In Frankfurt am Main wollen sie über Szenarien diskutieren, wie die Saison weitergeht. An ein Finale nur mit Geisterspielen mag Klingbeil gar nicht denken. „Das war schon beim Heimspiel gegen den FSV Zwickau beklemmend, als die Fankurven wegen ihres Protestes gegen die Montagsspiele anfangs geschwiegen haben“, sagt der 38-Jährige, auf dessen Handy schon wieder neue Meldungen im Ticker aufploppen. „Es ist eine prekäre Lage, die keiner so kennt.“

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