Jenas Generalmusikdirektor Simon Gaudenz erhält „Opus Klassik“

Jena/Neuss.  Der Dirigent Simon Gaudenz erhält die Auszeichnung „Opus Klassik“ für eine Einspielung von Sinfonien von François-Joseph Gossec. In Berlin wird ihm der Preis im Oktober feierlich verliehen.

Simon Gaudenz ist Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie. 

Simon Gaudenz ist Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie. 

Foto: Christoph Worsch

Jubel in Jena: Simon Gaudenz, Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie, wird mit einem „Opus Klassik“ ausgezeichnet. Das gab der „Verein zur Förderung der Klassischen Musik e.V.“ als Ausrichter des wichtigsten deutschen Klassikpreises am Mittwoch bekannt. Gaudenz erhält die undotierte Ehrung in der Kategorie „Sinfonische Einspielung / Musik bis inkl. 18. Jh.“ für eine CD mit Werken des wallonischen Komponisten François-Joseph Gossec (1734 bis 1829) und darf zur feierlichen Preisverleihung am 18. Oktober im Konzerthaus Berlin antreten - neben anderen Größen der Zunft wie Elina Garanča, Jonas Kaufmann, Anne-Sophie Mutter oder Cameron Carpenter.

Einen kleinen Makel - aus thüringischer Sicht - trägt die beim Osnabrücker Nischen-Label cpo publizierte Silberscheibe jedoch: Gaudenz dirigiert nicht sein hiesiges Orchester, sondern als Gast die Deutsche Kammerakademie Neuss. „Das liegt daran, dass die Aufnahme 2018 stattfand, bevor ich in Jena angefangen habe“, entschuldigt der charmante Schweizer Maestro sich prompt, als wir ihn spontan am Telefon erreichten. Die Rheinländer sind namhaft für ihr konturscharfes Klangbild und in historisch informierter Aufführungspraxis bestens geübt.

Wie Gaudenz erzählt, habe man gemeinsam sehr gefeilt an den sechs frühen Sinfonien des Franzosen, der keineswegs zum Standardrepertoire zählt: „Mit diesem Ehrgeiz des Suchens und Forschens habe ich das Ensemble wohl angesteckt.“ Das Aufführungsmaterial hat Gaudenz eigenhändig eingerichtet. Ob Gossec jetzt auch in Jenaer Konzertprogrammen auftaucht? - „Ja, das könnte man eigentlich machen...“, fängt der versierte Dirigent zu überlegen an.

An weiteren CDs hat Simon Gaudenz - nun mit seinen Jenaern - hingegen eher Romantisches im Sinn: Sinfonien des als Liedkomponist arrivierten Carl Loewe sind schon in der Pipeline; die nächsten Aufnahmen widmen sich Orchesterliedern und der „Penthesilea“ von Hugo Wolf, verriet er.

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