Auf den Spuren der legendären Wüsten-Rallye Paris-Dakar

Herreden.  Aus zwei mach zwei: In Marrakesch endete die Benefiz-Rallye für Katrin Samel, die aus zeitlichen Gründen nicht die komplette Tour mit ihrem Mann Michael mitfahren konnte.

Michael Samel und Maxi Becker bei einem Halt während der Benefiz-Rallye nach Banjul am Atlantik.

Michael Samel und Maxi Becker bei einem Halt während der Benefiz-Rallye nach Banjul am Atlantik.

Foto: Michael Samel

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Doch für Ersatz war schon wenige Stunden später gesorgt. Ihre Nichte Maxi Becker war im Anflug auf Marrakesch und fuhr als neues Crewmitglied die weiteren Etappen bis nach Banjul mit.

Das Etappenziel hieß erstmal Aglou Plage. Für deutsche Verhältnisse sind die knapp 330 Kilometer keine allzu große Entfernung. Nicht so in Marokko. Die äußeren Bedingungen sind nicht einfach. „Es war sehr windig, ja richtig orkanmäßig“, schrieb Michael Samel im Rallye-Tagebuch. „Die Fahrt über den Atlas haben wir dann gut gemeistert. Wir haben eine Mautstraße genutzt, der Verkehr war eher gering. Ab Agadir ging es dann auf normalen Landstraßen weiter.“ Die abwechslungsreiche Landschaft zog am Fenster vorbei. Sie zeigte sich mal grün, dann mal wieder sehr sandig. Auch den ersten kleinen Sandsturm erlebten die beiden.

Kurz vor dem Ziel gab es einen technischen Defekt an Bord – die 12-Volt-Zusatzsteckdosen funktionierten nicht mehr. Dadurch gab es auch kein Strom mehr für das Navigationsgerät. Bis zum Hotel schafften sie es noch ohne Probleme. Abend gegessen wurde in einem kleinen Restaurant, es gab Hühnchen und Gemüse. Vor dem Restaurant trafen sie die Königsbrunner Rallyefahrer. „Vom Gerhard bekam ich einen neuen 12-Volt-Verteiler“, schrieb Samel, der sich sehr dankbar über die unkomplizierte Hilfe zeigte.

Nächster Tag: 570 Kilometer bis Laayoune. Vormittags führte die Strecke am Atlantik entlang. Aber schnell kamen sie nicht voran. Ein Tieflader mit einer geladenen Planierraupe fuhr vor ihnen her, keine Chance zum Überholen. Außerdem gab es noch ein tierisches Problem: „Wir sahen viele Ziegenherden, die entlang der Straße auf Futtersuche waren. Man musste sehr aufpassen“, berichtet Michael Samel. Auch die ersten Dromedare wurden gesichtet. Am Nachmittag waren sie auf den Pisten der legendären Wüsten-Rallye Paris-Dakar unterwegs. „Wir passierten ein Dorf mit vielen Hotels und Autowerkstätten, die noch aus dieser Zeit stammen.“ Gegen 19 Uhr hatten sie ihr Etappenziel erreicht. Am anderen Morgen ging es weiter nach Dakhla, nochmals um die 600 Kilometer. Maxi übernahm das Steuer. „Maxi fährt gern die langen, scheinbar nicht enden wollenden Pisten lang. Langes Autofahren macht ihr nichts aus. Sie ist auch wichtig für das Team durch ihre hervorragenden Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch“, so Michael Samel, der seine dritte Rallye-Teilnahme als „extrem entspannt“ beschreibt.

„Ich kenne die Strecken, die Gegebenheiten und etliche Teilnehmer. Ich habe mittlerweile viel Routine, die Rallye vergeht wie im Flug.“ Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: „Schade, dass Katrin nicht mehr dabei ist. Wir sind das absolute Rallyeteam.“ Das Ziel wurde erst am Abend erreicht. „Es war eine schöne Tour, sie verlief prima, ohne Probleme.“ Nur der Wind wehte recht kräftig. Dakhla bietet für Kitesurfer, Windsurfer und Wellenreiter traumhafte Bedingungen.

Statt an den Strand zog es die Rallyeteams am Folgetag zuerst zum Briefing auf den Campingplatz und danach in die berüchtigte Schrauberstraße. An den Fahrzeugen wurde geschraubt, geschweißt, gehämmert und gelötet. Wichtig für alle: das Anbringen der Bodenbleche für die Wüste. Das Nordhäuser Team hatte seinen Unterfahrschutz schon in Deutschland anbringen lassen und fuhr nach einer kleinen Stippvisite weiter in Richtung Rasthof Barbas, dem letzten Stopp vor der mauretanischen Grenze.

Camping war für das Nordhäuser Team bisher noch kein Thema. Übernachtet wurde durchgängig in Hotels. Wie auch im Rasthof. Am nächsten Tag ging es am späten Vormittag im Konvoi zur Grenze – Ausreise Marokko, Einreise Mauretanien. Letztere sollte wieder eine zeitaufwendige Prozedur werden, das Visa wurde vor Ort ausgestellt. Danach riss die Verbindung zum Team ab, es verabschiedete sich für vier Tage in den größten Sandkasten der Welt: die Sahara.

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