Das komische Einhorn neben dem Auleber Schloss

Auleben.  Kinder des Auleber Kindergartens schaffen in Zusammenarbeit mit einem Schriftsteller ihr erstes eigenes Buch.

Die Kinder der Bärengruppe aus dem „Kinderhaus von Wintzingerode“ mit ihrem ersten eigenen Buch „Die Suche nach dem richtigen Schloss“.

Die Kinder der Bärengruppe aus dem „Kinderhaus von Wintzingerode“ mit ihrem ersten eigenen Buch „Die Suche nach dem richtigen Schloss“.

Foto: Marco Kneise

Man nehme zwölf Kinder und einen Schriftsteller, lasse diese miteinander fantastische Lebewesen kreieren und eine ebenso tolle Geschichte entwickeln und mache daraus am Ende ein Buch. Das ist die Zusammenfassung eines Projektes, das sich kürzlich im Auleber „Kinderhaus von Wintzingerode“ entfaltete.

„Das Buch ‘Die Suche nach dem richtigen Schloss’ trägt zurecht die Namen der Kinder als Autoren“, erklärt Stephan Gräfe, der im Rahmen eines Stipendiums für zwei Monate in dem Auedörfchen lebte und einen Kurzroman verfasste. Daneben begleitete er das Projekt mit den Kindergartenkindern, für das der Schriftsteller nach eigenen Angaben lediglich Fragen stellte, einen Rahmen erarbeitete und versuchte, die vielen Ideen der Knirpse in eine Reihenfolge zu bringen. „Alle Charaktere, die Reise, die sie zurücklegen und die Ereignisse, welche unterwegs passieren, haben sie sich ausgedacht“, berichtet der Hildesheimer, dem es maßgeblich darum ging, der Vorstellungskraft der Kinder keine Grenzen zu setzen und wirklich jede Fantasterei möglich zu machen. So sind mehrköpfige Fabelwesen, futuristische Flugapparate und magische Artefakte entstanden, die die Jungen und Mädchen der Bärengruppe in Zeichnungen festhielten. Illustrationen, die für das Buch ein Grundgerüst waren. „Mit ihnen haben wir dann entschieden, wer wen und wann trifft und was genau passiert“, so Gräfe, der sich zu den Unterhaltungen mit den Kindern etliche Notizen machte und anschließend verschriftlichte. „So entstand eine verrückte Geschichte, die ohne Einschränkungen gewachsen ist, aus Bildern und Gedanken, die sich die Kinder zu ihren Entwürfen gemacht haben.“

Darin begeben sich zwei Prinzessinnen auf eine große Reise um die Welt, um ein besseres Schloss zu finden, als das, was sie derzeit haben. Irgendwann stoßen sie auf ein kleines Dorf, das Auleben heißt und bekanntlich ein Schloss hat. Zwar sind die beiden Prinzessinnen nicht wirklich beeindruckt, da es weder Schwimmbad mit Loopingrutsche noch ein Trampolinzimmer oder ein Eiscremelabor gibt, doch treffen sie daneben ein komisches Einhorn an, das die Farben wechseln kann und fortan die zwei begleitet. Zu dem Trio gesellt sich auf ihrer Reise über die verschiedenen Kontinente ein feuerfester gestiefelter Kater, ebenso wie ein dreiköpfiges Einhorn und ein zauberndes Mädchen. Gemeinsam erleben sie ein Abenteuer, das schließlich erneut ins Auedörfchen führt, wo ein riesiger lilafarbener Hund mit sechs Beinen und sechs Köpfen auftaucht, der das Kleinod lavaspuckend zerstören will. Doch zum Schluss wird alles gut, und die fantasiereiche Erzählung nimmt wie die meisten Geschichten ein gutes Ende.

Präsentiert wurde das Resultat den kleinen Buchautoren zum Vorlesetag. „Die Kinder waren so stolz“, berichtet Kindergartenleiterin Ines Rappe von dem besonderen Moment der Übergabe. Zugleich gibt Rappe zu, dass auch sie und die beiden Erzieherinnen der Bärengruppe, Carolin Schütze und Claudia Gliesing, staunten, was die Kinder bereits alles hinbekommen, obwohl sie noch nicht schreiben und lesen können und wie kreativ und voller Fantasie diese arbeiteten. Lob hat Rappe natürlich auch für Gräfe, der dieses Projekt angestoßen hat. „Die Kinder lauschten sehr interessiert und aufmerksam seinen Ausführungen“.

Als Erinnerung an das Projekt und die damit verbundenen vielen schönen Erfahrungen gab es für die beteiligte Kinder je ein Exemplar zur Erinnerung. Überdies sind die Zeichnungen zum Buch jüngst in einer Ausstellung im Rahmen der Auleber Kulturtagen im Luthersaal zu sehen gewesen.

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