Genelli-Grab in Weimar vor der Restaurierung

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Die Grabanlage Genelli auf dem Historischen Friedhof soll restauriert werden.

Die Grabanlage Genelli auf dem Historischen Friedhof soll restauriert werden.

Foto: Guido Siebert / DSD

Weimar.  Deutsche Stiftung Denkmalschutz steuert 5000 Euro zu Grabanlage auf dem Historischen Friedhof bei

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Restaurierung und Konservierung der Grabanlage Bonaventura Genelli auf dem Historischen Friedhof in Weimar mit 5000 Euro. Das Geld stamme aus zahlreichen Spenden sowie der Lotterie Glücks-Spirale, teilte die Stiftung mit.


Die „Grabstätte Genelli“ ist als Einzeldenkmal Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes „Klassisches Weimar“. Sie erinnert an den 1868 verstorbenen Maler, Zeichner und Kupferstecher. Er gilt als einer der bekanntesten Vertreter des Spätklassizismus und ist neben seiner Ehefrau und seinem Sohn begraben. Auf der mit Travertin gefassten Grabanlage stehen zwei Grabsteine. Die Grabstätte besitzt Grabpaten, die sich gegenüber der Stadt Weimar dazu verpflichtet haben, die Grabanlage zu restaurieren und zu erhalten.


Bonaventura Genelli wurde 1798 in Berlin geboren. Er studierte ab 1814 an der Kunstakademie bei Gottfried Schadow und Johann Erdmann Hummel. Sein Gönner war Großherzog Carl Alexander, für den er großformatige Gemälde schuf. Ebenso war er für Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar tätig. Von Genellis über 1650 Zeichnungen und 14 Ölgemälden befinden sich heute zahlreiche Werke in Museen in Berlin, Dresden, Leipzig, Weimar, Wien und München.


Bei den Restaurierungsmaßnahmen sollen laut DSD Schäden beseitigt und künftigen Schäden vorgebeugt werden. Zur Reinigung und Instandsetzung setze man Material schonende und Originalsubstanz erhaltende Techniken und Verfahren ein. Die beiden Grabsteine werden in einer Restauratoren-Werkstatt manuell und mechanisch gereinigt. Ein weiteres Ziel der Maßnahme sei die denkmalgerechte Wiederherstellung der gärtnerischen Anlage des Grabes.


Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nach eigenen Angaben rund 6000 Denkmale mit mehr als einer halben Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen.


Der Historische Friedhof in Weimar wurde 1818 als Neuer Gottesacker auf einer Anhöhe südlich des Stadtzentrums eröffnet. Zwischen 1862 und 1922 wurde die Anlage mehrmals erweitert. Heute ist sie Friedhof und Parkanlage mit altem Baumbestand auf trapezförmigem Grundriss. Hier befinden sich die Grabstätten zahlreicher namhafter Weimarer Persönlichkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts.