„Abbruch-Meister“ Mosbach erlebt Debakel im Ortsderby

Wutha-Farnroda.  Die SG Ruhla/Wutha-Farnroda gewinnt in der Fußball-Kreisoberliga klar mit 5:1. Späte Tore lassen auch Marksuhl jubeln.

Fernschuss ins Glück: Christoph Eisenberg erzielte das vorentscheide 4:1 im Derby gegen Mosbach

Fernschuss ins Glück: Christoph Eisenberg erzielte das vorentscheide 4:1 im Derby gegen Mosbach

Foto: Mike El Antaki

Am 7. März hatte die SG Ruhla/Wutha-Farnroda im achten Anlauf den Derbybann gegen den Mosbacher SV gebrochen. 195 Tage später tanzten die Kreisoberliga-Kicker Freitagabend nach dem prestigeträchtigen Duell wieder ausgelassen auf dem Rasen, hatten sie den „Abbruch-Meister“ doch zum zweiten Male in Folge besiegt und dabei mit dem 5:1 (2:1) beinahe gedemütigt.

Einen Satz hörte man kurz vor und nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Martjuschew immer wieder. „Mit so einem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet“. Das galt auch für SG-Trainer Dirk Kallenbach, der eher pessimistisch defensiv aufstellte und gestand: „Im Vorfeld wäre ich schon mit einem Remis zufrieden gewesen.“ Seine Elf wollte mehr und zeigte dies speziell zu Beginn der zweiten Hälfte, als die Hausherren mit sehenswerten Spielzügen und Effizienz im Abschluss die Fronten klärten.

Über 200 Zuschauer beim Derby

Das Gemeindederby hatte eine große Kulisse nach Wutha-Farnroda gelockt. Und die Zuschauer wurden von Anfang an in einem intensiven Spiel bestens unterhalten. Als Gäste-Keeper Haaß zu ungestüm klärte, trat El Antaki entgegen der alten Regel als Gefoulter selbst an und verwandelte zum 1:0 (7.). Die Freude bei der SG hielt jedoch nicht lange an.

Schon im Gegenzug glich Braun nach einer Schaltpause der SG-Abwehr mit platziertem Flachschuss aus. Mosbach hatte zwischenzeitlich Oberwasser, bekam ein Tor wegen Abseits aberkannt und hatte bei von Rodas schlitzohrigem Freistoß an den Pfosten erneut etwas Pech. Ruhla kämpfte sich in die Partie zurück. Weiter für Gefahr im Gästestrafraum sorgte El Antaki, der erst knapp verzog (31.) und beim Nachsetzen in der 44. Minute von Schade mit hohem Bein im Gesicht getroffen wurde. Logische Folge: Erneut Strafstoß. Diesmal trat Kirchner an und sorgte für die etwas glückliche Pausenführung.

Defensivschwächen eiskalt ausgenutzt

In Hälfte zwei nutzte Ruhla die Defensivschwächen der Gäste eiskalt. Das ganze Abwehr-Dilemma des MSV offenbarte die Szene, die zum 3:1 (52.) führte. Schade unterlief eine Eingabe, sah gegen Routinier Amann alt aus und dessen Eingabe drückte Wichate über die Linie. Nur fünf Minuten danach traf Eisenberg nach klasse Spielzug über die linke Seite aus der Distanz ins obere Eck und die Gäste ins Mark. Mosbach bäumte sich nochmal auf, aber Traberth parierte Hirschels Kopfball glänzend (61.) und war auch bei mehreren Eckbällen auf dem Posten.

Ruhla boten sich nun Räume, die die SG in der 74. Minute zum endgültigen Knockout nutzte. El Antaki leitete den Ball mit der Hacke in den Lauf von Wichate, der freie Bahn hatte und mit dem umjubelten 5:1 seine starke Partie krönte. Spätestens da machte sich Resignation beim MSV breit.

Für Mosbach war es die höchste Niederlage seit drei Jahren (2:7 in Unterbreizbach) und ein ungewollter Beweis, dass der Aufstiegsverzicht wohl doch eine ganz gute Entscheidung war.

Kein Sieger in Treffurt

Auch beim 1:1 zwischen Normania Treffurt und der Eintracht aus dem Stadtteil Ifta konnte sich der Schatzmeister freuen. Hier wurden 214 Zuschauer mehr als beim Bundesligaauftaktspiel in München registriert. In der insgesamt nur auf mäßigem Niveau stehenden Partie kam Treffurt gut ins Spiel und ging durch Schröter in Front (28.). Zehn Minuten später glich Krebs aus. Mehr ließ der erneut im Kasten stehende, gut haltende A-Junioren-Schlussmann Nicolas Dittrich gegen ballsicherer wirkende Gäste nicht zu.

Lange nach einem 1:1 sah es auch in Förtha aus. Rotinier Venter traf früh für Marksuhl (3.), Lorke für den FC Eisenach II (38.). Knackpunkt war die schwere Verletzung von Kevin Ender in der zweiten Hälfte. Geschockt und in Unterzahl (Eisenach hatte schon dreimal gewechselt) verlor die FCE-Zweite in den letzten Minuten die Ordnung und fing sich noch zwei Last-Minute-Tore ein. Simon (89.) und Scheuch (90./FE) bescherten Marksuhl den ersten Saisonsieg.