Altenburg kämpft sich noch zum Unentschieden

Altenburg.  In der Handball-Oberliga trennt sich Aufbau Altenburg von Aktivist Gräfenhainichen 26:26 (13:12)

Die Tschechin Jana Foksova kehrte vom HV Chemnitz zu Aufbau zurück und soll die personellen Ausfälle etwas kompensieren.

Die Tschechin Jana Foksova kehrte vom HV Chemnitz zu Aufbau zurück und soll die personellen Ausfälle etwas kompensieren.

Foto: Mario Jahn

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Die Handball-Frauen des SV Aufbau Altenburg sind mit einem Remis in die Rückrunde ihrer Saison in der Mitteldeutschen Oberliga gestartet. Gegen Aktivist Gräfenhainichen blieben die Skatstädterinnen über weite Strecken unter ihren spielerischen Möglichkeiten. Während sie bis zur Pause stets in Front lagen, liefen sie in den zweiten 30 Minuten zweimal einem Rückstand hinterher. In diesen Phasen bewiesen die Ostthüringerinnen absolute Moral, erkämpften sich immer wieder den Ausgleich – belohnten sich dafür jedoch nicht. Am Ende trennten sich die beiden Teams aus dem Tabellenkeller mit einem 26:26-Unentschieden, das dem Spielverlauf gerecht wurde, letztlich aber keinen so richtig weiter bringt.

Den Zuschauern im Goldenen Pflug bot sich zunächst ein eher durchwachsenes Spiel. Während sich auf der einen Seite die Gegner, die mit lautstarker Unterstützung in der fremden Halle für Stimmung sorgten, mit technischen Fehlern und Fehlwürfen profilierten, kam die Aufbau-Sieben im Positionsangriff nicht richtig auf Betriebstemperatur.

Nach sieben Minuten leuchtete das 4:1 auf der Anzeigetafel, wohlbemerkt dank dreier erfolgreicher Siebenmeterwürfe von Franziska Bärbig und lediglich einem Treffer aus dem Feld von Rückkehrerin Jana Foksova. Danach nahmen auch die Technik-Regel-Fehler auf Altenburger Seite zu, sodass die Gäste beim 6:6 erstmals ausglichen.

Fortan sollte sich ein Match auf Augenhöhe entwickeln, bei dem jedoch immer wieder die Schützlinge von Chefcoach Bärbig den Ton angaben und sich über 9:6 und 12:9 absetzten. Bis zur Halbzeit verkürzten die Gäste aus Sachsen-Anhalt den Vorsprung zum 12:13, weil Aufbau kein Mittel gegen die beiden Linkshänder auf der rechten Angriffsseite der Gräfenhainicherinnen fand und an diesem Tag auch der Rückhalt im Tor fehlte.

Kein Grund jedoch aufzustecken. Zwar wurde schnell klar, dass ein deutlicher Sieg wie zum Auftakt der Saison (damals gewann Aufbau 39:24) an diesem Tag in weiter Ferne lag, die beiden Pluspunkte sollten aber dennoch in Altenburg bleiben. Entsprechend stellte Bärbig die Abwehr um und versuchte gemeinsam mit seinem Team den Gegner vor neue Aufgaben zu stellen.

Symptomatisch für diese Partie war jedoch: die Effektivität jedes neuen Systems fruchtet nur kurz. Erst funktionierte die neue Abwehrformation, wenige Minuten später schien sie wieder in sich zusammenzufallen. Dazu gesellte sich ein Auf und Ab im Angriffsgeschehen, bei dem vielen Chancen liegengelassen worden. Dieses Manko bestrafte der Gegner und ging in der 41. Minute erstmals mit drei Toren in Führung.

Nun kam die stärkste Phase der Gastgeber, die sich an der Ehre gekratzt fühlten und ihren Kampfgeist unter Beweis stellten. Mit vereinten Kräften, einer aggressiveren Abwehrarbeit und jeweils zwei schönen Toren von Claudia Voigt und Jana Kühnel gelang der Ausgleich zum 21:21. Alles war wieder offen. Die Aufholjagd kostet jedoch Körner, sodass sich die Gäste wenig später erneut in Front schoben. Das 22:24 veranlasste Bärbig zu seiner dritten Auszeit und einem neuen taktischen Mittel – im Angriff spielten die Gastgeber nun mit siebten Feldspieler.

Ein Schachzug, der aufging. Vier Tore in Folge durch Jenniffer Vogel, Denise Hoffmann, Nancy Beine und Jana Foksova sorgten in Minute 55 für die eigene 26:24-Führung. Was für eine Wende. „Leider konnten wir den Sack dann nicht zumachen und uns belohnen“, fasste Bärbig die Restzeit zusammen, in der seinem Team kein Tor mehr gelang, den Gräfenhainicherinnen jedoch noch der vielumjubelte Ausgleich.

Am Ende konnten die Altenburgerinnen gar noch froh sein, dass sie nicht mit einer knappen Niederlage vom Parkett gingen. Denn den Gästen blieben nach einem erneuten technischen Fehler der Gastgeber gar noch 25 Sekunden in Ballbesitz bis zum Abpfiff. Diese ließen sie aber völlig unerklärlich ohne klare Wurfgelegenheit, sodass am Ende ein gerechtes 26:26 resultierte.

Aufbau: Perkowski, Wachler – Foksova (3 Tore), Kühnel (4), Klöppel, Moosdorf, Voigt (7/1), Beine (2), Mahnstein, Pörsel, Vogel (3), Hoffmann (1), Bärbig (6/4).

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