Apoldas Handballer wollen gemeinsam durch die Krise

Apolda  Der Corona-Winterschlaf soll den HSV nicht aufhalten. In Apolda hofft man auf eine Fortsetzung der Saison

Wie geht es weiter? Darüber macht sich Patrick Schatz, Trainer und Präsident des HSV Apolda, gerade seine Gedanken.

Wie geht es weiter? Darüber macht sich Patrick Schatz, Trainer und Präsident des HSV Apolda, gerade seine Gedanken.

Foto: Jürgen Scheere

Apolda. Sicher ist nur eines: Dass nichts sicher ist. Ja, Patrick Schatz, der Trainer der Oberliga-Handballer des HSV Apolda, kann mit der aktuellen Situation auch nicht viel anfangen. Der 11. April, erklärt er, sei der späteste Termin, um die seit November unterbrochene Saison noch fortführen zu können und gleichzeitig ein reguläres Ende zu garantieren. Nein, zufriedenstellend sei das nicht.

Zumal: Der Mitteldeutsche Verband hat bereits verlauten lassen, dass bis März kein Ball fliegen wird. „Fangen wir dann mit dem Training wieder an, werden zwei Wochen Vorbereitungszeit nicht reichen“, sagt Schatz. Kein Spieler in dieser Liga könne einfach aus der Kalten heraus mal eben ein Punktspiel absolvieren. „Die Jungs haben dann monatelang keinen Ball in den Händen gehabt. Sie müssen sich auch erst wieder an die Belastung gewöhnen“, sagt Schatz. Bis kurz vor Weihnachten bot er seinen Schützlingen eine Art Videotraining an. Überdies habe er an die Verantwortung jedes Einzelnen appelliert, sich fit zu halten. Überprüfen könne man das aber nicht - „Ob jeder etwas getan hat, werden wir erst erfahren, wenn wir wieder auf dem Parkett stehen. Dann werden wir sehen, wie fit die Jungs sind“, bemerkt der Trainer.

Schatz zollt seinen Jungs aber schon jetzt ein großes Lob. Zum einen, weil alle im Rahmen ihrer Möglichkeiten Sport treiben, zu anderen aber auch, weil alle auf Teile ihres Gehaltes verzichtet haben. Sonst wäre es kaum möglich, zu überleben. „Natürlich haben wir gerade auch keine Schiedsrichterkosten. Aber der Verzicht der Jungs ist ein enormer Beitrag“, erklärt der Vereinschef, der dabei eben nicht nur seine erste Herrenmannschaft im Auge hat, sondern auch die Damen oder den kompletten Nachwuchs. Alle gemeinsam müssten das Schiff durch die Krise steuern.

Und danach? An den Zielen ändere sich nichts, erklärt Schatz. Man habe zuletzt beim Spiel in Pirna gesehen, als die Truppe in fast voller Stärker auflief, was in ihr steckt. Das Potenzial sei enorm und soll auch weiter zusammenbleiben. „Wir wollen den Kader, wie er jetzt ist, zusammenhalten und weiter entwickeln“, sagt Schatz. Der Umbruch im vergangenen Sommer sei ja nicht umsonst angegangen worden, schließlich wolle man nach und nach die Schritte nach vorn machen.

Mit wem aber als Trainer? Schließlich hatte sich Schatz im Spätsommer 2019 eigentlich nur als Interimslösung auf die Bank gesetzt. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass mir das Spaß macht“, erklärt er. Es scheint, dass auch in Apolda die alte Weisheit gilt: Nichts ist beständiger als ein gutes Provisorium. Schatz lacht. „Wir haben uns dazu noch gar nicht zusammengesetzt, werden das aber bald tun. Dann werden wir alles abwägen und eine für den Verein und die Mannschaft gesunde Entscheidung treffen.“

Man merkt Schatz deutlich an, dass ihm dieses Projekt sehr am Herzen liegt. Man spürt die Energie, die er einsetzt - obschon der Coronavirus derzeit alle einzubremsen droht. Sorge hat Schatz deswegen auch um den Rest der Liga. Einige Vereine hätten vor der Saison investiert, hatten große Ziele. „Halten die das jetzt durch?“, fragt Schatz. Es sei schließlich ungewiss, welche Teams beim Neustart überhaupt noch dabei sein können. Auch eine Frage, die es zu klären gelte, ehe man über einen Modus für die Restsaison spreche. Auch hier ist eben nur eines sicher: Dass nichts sicher ist.