Aufstieg in Landesliga? Großschwabhausens Handballer beraten

Großschwabhausen.  Die Handballer des SV Fortuna Großschwabhausen beraten noch, ob sie in die Landesliga aufsteigen werden. Drei Derbys würden reizen.

Lars Kühn könnte mit seinen Großschwabhäuser Handballern nächste Saison wieder in der Landesliga spielen.

Lars Kühn könnte mit seinen Großschwabhäuser Handballern nächste Saison wieder in der Landesliga spielen.

Foto: Hannsjörg Schumann

Mit Glückwünschen zum Aufstieg tut sich Lars Kühn noch etwas schwer. Der Trainer der Handballer von Fortuna Großschwabhausen hätte es „natürlich gern auf sportlichem Wege in die Landesliga geschafft, mit all der dazugehörenden Euphorie und eine großen Feier“, wie er sagt. Durch den Abbruch der Saison in Thüringen ist der Thüringer Handball-Verband (THV) zu einer Aufstiegs-Lösung gelangt, die sich vor allem an den Meldungen der Vereine orientiert. Ein Team pro Staffel, plus eine Wildcard.

„Wir hatten schon im Februar für die Landesliga gemeldet, weil wir uns gern der Herausforderung stellen wollten und noch nicht klar war, wer die Staffel gewinnt“, sagt Kühn. Am Ende wurde nun die Reserve der SG Suhl/Goldlauter II Staffelsieger und darf ebenfalls nach oben. Zusammen mit Oberdorla und Wutha-Farnroda gibt es vier Aufstiegsberechtigte.

Aus Staffel I wollte zum Beispiel keiner hoch. Aktuell geht man für die Saison 2020/21 von 16 Vereinen aus. Zwei Staffeln mit je acht Teams werden gebildet. Nach einer normalen Hin- und Rückrunde wird es Auf- und Abstiegsspiele geben, um in der folgenden Spielzeit wieder auf die „normalen“ Staffelstärken zu kommen (Zwölf Teams pro Liga/Staffel).

Zeit bis Mitte Mai

Wird Großschwabhausen das Aufstiegsrecht auch wahrnehmen? Diese Frage stellt man sich im Verein, in der Mannschaft. „Bis Mitte Mai haben wir Zeit, uns endgültig zu entscheiden. Wir werden zusammen mit den Spielern beraten, ob der Sprung in die Landesliga machbar ist, vor allem natürlich vom Personal her“, sagt Lars Kühn. Im Prinzip gibt es gute Gründe, den Schritt zu wagen. Es locken Derbys gegen Weimar, Apolda II und den HBV Jena II, die für eine volle Halle sorgen würden. Außerdem hätte man nicht viel mehr Spiele zu absolvieren als in der Verbandsliga, die vermutlich aus einer Staffel mit elf und einer mit zwölf Vereinen bestehen wird. „Unser Anspruch sollte schon die Landesliga sein, dort haben wir viele Jahre gespielt und auch das Potenzial mitzuhalten“, sagt der Fortuna-Coach.

Training mit Ball fehlt

Prinzipiell ist Lars Kühn zufrieden mit der Lösung, die der THV gefunden hat. Auch die Kommunikation mit den Vereinen habe gut funktioniert. „Es gab keine Entscheidungen über die Köpfe hinweg und zudem die vermutlich gerechteste Lösung für alle“, so der Großschwabhäuser, der erst kürzlich zum dritten Mal Vater geworden ist und ohne den Handball auch etwas mehr Zeit hat, diese Freuden zu erleben. Die Hallen sind nach wie vor geschlossen, keiner weiß, wann sie wieder öffnen und an Training zu denken ist. Im Moment ruht alles und so richtig Gedanken für die Vorbereitung hat man sich auch noch nicht gemacht. „Keiner kann sagen, wie es weitergeht, wann wieder an Handball zu denken ist. Ich hoffe natürlich, dass sich meine Spieler einigermaßen fit halten derzeit“, sagt er. Aber gerade das spezifische Training mit dem Ball fehlt den Sportlern natürlich.

So bleibt nur das Warten, bis es neue Informationen für die Freizeit- und Amateursportler in Deutschland gibt. Zuerst mal wird sich in den nächsten Tagen zeigen, ob die Männer aus Großschwabhausen wirklich auch aufsteigen, alles andere steht ein wenig in den Sternen. Sollte es das gemeinschaftliche „Ja“ zum Aufstieg geben, dann kann man sich im Sommer, wenn es die Umstände zulassen, doch zu einer kleinen Feier treffen und die nötige Euphorie entfachen, die es für eine Vorbereitung und eine gute Saison, dann wieder in der Landesliga, braucht.