Außenseiterrolle für Science City Jena im Derby als Chance

Jena.  Talent Jan Heber trifft mit Jena im Spitzenspiel der 2. Basketball-Bundesliga auf Chemnitz. Warum in dieser Saison die Frisur keine Rolle spielt.

Jan Heber beim Freiwurf.

Jan Heber beim Freiwurf.

Foto: Peter Poser

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Jan Heber zeigt Opferbereitschaft, wenn es um seine Karriere als Basketball-Spieler geht. Als ihm in der vergangenen Saison der damalige Cheftrainer Marius Linartas in Aussicht stellte, er werde in der Basketball-Bundesliga sein Starting-Five-Debüt geben, wenn er sich die Haare abrasieren lasse, kam der 20-Jährige fast kahlgeschoren zum nächsten Training. Linartas hielt Wort, brachte ihn im bedeutungslosen letzten Saisonspiel gegen Göttingen von Beginn an.

Vor dem Derby am Sonntag bei den Niners Chemnitz muss der einzige Jenenser im Kader von Zweitligist Science City Jena immer noch schmunzeln, wenn er zurückdenkt. „Vorausgegangen war übrigens ein Friseurunfall von Melvin Jostmann“, erinnert er sich ans Missgeschick des Mitspielers. Offenbar gefiel dem lettischen Coach dessen neuer Look. „Und ich wollte mir die Chance, in der BBL in der Starting Five zu stehen, natürlich nicht entgehen lassen.“

Glück für Hebers Frisur, dass seinem neuen Coach die Haarpracht der Spieler herzlich egal ist. „Das kann jeder halten, wie er will“, sagt Frank Menz. Und noch mehr Glück für Heber, dass Menz auf Talente setzt – insbesondere ihn. Natürlich hat sich der Shooting Guard die 11:26 Minuten, die er durchschnittlich pro Partie auf dem Parkett steht, auch durch gute Leistungen verdient. Aber andere Vereine hätten nicht so viel Geduld. Der Plan von Menz: Die Jenaer fördern gute deutsche Spieler wie Heber und natürlich auch Julius Wolf oder Dennis Nawrocki. Sie sollen in der 2. Liga Verantwortung tragen, damit sie die perspektivisch auch einmal in der BBL übernehmen. „Dafür müssen sie spielen, auch in den wichtigen Phasen. Und sie dürfen auch Fehler machen.“

Dass dieser Ansatz der richtige ist, beweist die stetig steigende Formkurve nicht nur bei Heber, sondern beim gesamten Team. „Wir verstehen uns als Einheit. Jeder Spieler wird gleich behandelt“, lobt der 21-Jährige.

Jetzt wollen die Saalestädter auch im Spitzenspiel am Sonntag unter Beweis stellen, dass sie mit den Topteams mithalten können. Und da gibt es aktuell kein besseres als die Chemnitzer, die die Tabelle mit nur einer Niederlage aus elf Spielen anführen. Jena rangiert auf Rang drei. Die auswärts noch ungeschlagenen Thüringer fühlen sich in der Außenseiterrolle wohl, haben in diesem für die Fans besonderen Spiel nichts zu verlieren. Jan Heber jedenfalls gibt sich selbstbewusst: „Wir fahren nach Chemnitz, um zu gewinnen.“

Niners Chemnitz–Science City Jena, Sonntag, 17 Uhr

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