Schock für Science City Jena: Basketballer dürfen weiter nicht trainieren

Jena.  Nach der Quarantäne-Verlängerung wollen die Jenaer Basketballer das Gespräch mit der Stadt suchen.

Besorgt wegen der Quarantäne: Lars Eberlein, Geschäftsführer von Science City Jena.

Besorgt wegen der Quarantäne: Lars Eberlein, Geschäftsführer von Science City Jena.

Foto: Christoph Worsch

Schock für Science City Jena: Die Basketballer samt komplettem Betreuerteam aus der 2. Bundesliga ProA müssen in Quarantäne bleiben und den Auftakt in die Saisonvorbereitung weiter verschieben. Trotz zweier negativer Testreihen des gesamten betroffenen Personals auf das Corona-Virus, die nötig geworden waren, nachdem es im Nachwuchs positive Fälle gegeben hatte, hat das Gesundheitsamt Jena die Quarantäne bis 1. Oktober verlängert. Nicht einmal Kleingruppentraining ist erlaubt, Spieler und Trainerteam müssen zuhause bleiben.

„Die derzeitige Situation ist für uns existenzbedrohend und wir sind verpflichtet, mögliche Wege zu finden, um möglichst viel Schaden abzuwenden“, sagt Lars Eberlein. „Selbstverständlich ist uns die Ausnahmesituation bewusst“, meint der Geschäftsführer der Korbjäger von der Saale. „Es ist unsere Pflicht, die Gesundheit aller zu schützen.“ Der Verein habe in Zusammenarbeit mit Mannschaftsarzt Dr. Frank-Detlef Stanek in dieser Hinsicht auch viele effektive Maßnahmen ergriffen.

Im Deutschland-Vergleich erscheint die Quarantäne-Auflage des Gesundheitsamtes aber unverhältnismäßig. Eberlein führt als Beispiel die Fußball-Bundesliga an. Beim FC Schalke 04 und bei Borussia Mönchengladbach gab es vor den Spielen am Wochenende positive Corona-Fälle im Kader, trotzdem spielten beide Clubs. „Wir müssen klären, auf welcher Grundlage die Gesundheitsämter dort so entschieden haben und mit diesen Ergebnissen mit unserem Gesundheitsamt in Jena sprechen.“

Science City, das am 17. Oktober sein erstes Saisonspiel bestreitet, hat nun einen klaren Wettbewerbs-Nachteil. Auch der künftige Umgang mit solchen Vorfällen bereitet Eberlein Sorgen. Ein Team 14 Tage aus dem Spielbetrieb nehmen, während die Saison läuft? Da können die Basketballer den Spielbetrieb gleich einstellen.

Homeoffice sei für einen Sportler zudem keine Alternative. „Wenn ein Sportler 14 Tage zu Hause war, kann er nicht sofort wieder normal trainieren“, sagt der Jenaer Vereinschef. „Es bedarf einem Aufbautraining, da sonst die Verletzungsgefahr sehr hoch ist.“

Aus genannten Gründen will der SCJ-Geschäftsführer die Stadt noch einmal bitten, gemeinsam an einen Tisch zu kommen, und zu besprechen, ob es für die Basketballer zur Quarantäne nicht doch noch eine Alternative gibt.

Ärger bei Jenaer Basketballern: Trotz negativer Tests weiter in Quarantäne