Science City Jena in Chemnitz mit zu vielen Fehlern

Chemnitz/Jena.  Nach drei Jahren standen sich am Wochenende die Chemnitz Niners und Science City Jena erstmals wieder gegenüber. Am Ende siegten die Gastgeber.

Justin Odell Leon (blaues Trikot/Jena) hier mit einem Korbleger gegen Dominique Kevin Johnson (Chemnitz).

Justin Odell Leon (blaues Trikot/Jena) hier mit einem Korbleger gegen Dominique Kevin Johnson (Chemnitz).

Foto: Christoph Worsch

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Drei Jahre ist es her, dass sich Niners Chemnitz und Science City Jena letztmals in einem Ligaspiel gegenüberstanden. Damals im Viertelfinale der Playoffs. Die Saalestädter gewannen die Serie und stiegen in die BBL auf. Drei Jahre des Wartens, der Vorfreude, des Spannungsaufbaus zwischen den beiden besten Basketballteams aus Thüringen und Sachsen. Die Vorzeichen waren wie gemacht für diese Mutter aller Derbys. Chemnitz mit erst einer Saisonniederlage der Ligakrösus, und zu Hause noch ungeschlagen, traf auf den Tabellendritten aus Jena, lediglich eine Niederlage mehr als der Gastgeber und das beste Auswärtsteam der Pro A.

Und mit kurzfristiger Verstärkung: Der 2,05 Meter große Flügelspieler Lars Lagerpusch wechselte von Braunschweig an die Saale. An die Messe Chemnitz erinnert sich der 21-jährige mit Freude. Im Juli 2018 wurde er mit der deutschen U20-Nationalmannschaft hier Dritter bei der Heim-EM, der größte Erfolg für eine männliche Nachwuchs-Nationalmannschaft seit 35 Jahren. Verhindern konnte er den 90:78 (24:13, 50:40, 72:67)-Erfolg der Sachsen aber nicht.

Vor 4400 Zuschauern in der ausverkauften Arena erwischten die Hausherren den besseren Start, führten nach fünf Minuten mit 14:5. Zudem gaben die lautstarken Heim-Fans alles, wenngleich die über 300 mitgereisten Jenaer Anhänger gut dagegenhielten. Vor allem von außen fiel bei SCJ in dieser Phase zu wenig. Da half auch der kraftvolle Dunk von Herrera wenig. Der Angriff der Gäste stotterte, der von Chemnitz nicht – bei 24:13 nahm Frank Menz die erste Auszeit, gleichzeitig der Viertelstand.

Doch allmählich gewöhnten sich die jungen Jenaer Spieler an die nicht alltägliche Kulisse, suchten konsequenter den Weg zum Korb und verkürzten auf 20:24. Zudem standen die Hausherren schon früh im Viertel bei fünf Mannschaftsfouls, was Jena bei jedem weiteren Vergehen an die Freiwurflinie schickte. Zwei Punkte von Mackeldanz veranlassten Chemnitz-Trainer Rodrigo Pastore beim 28:24 zur ersten Auszeit. Das beeindruckte Jena zunächst nicht: Anschluss beim 30. Punkt. Danach fanden die Hausherren zurück zu ihrem Spiel und vergrößerten, auch dank ihres Tagesbesten Lodders, den Vorsprung zur Halbzeit auf 50:40.

Nach der Pause erwischte Jena den besseren Viertelstart, verkürzte durch die treffsicheren Leon (15 Punkte) und Herrera (12) auf 50:52. Nawrocki verpasste gar die Chance auf die erste Jenaer Führung. Ein Buzzerbeater von Vest machte deutlich: kampflos ergibt man sich dem Tabellenführer nicht. In Minute 28 schickte Menz Jenas neue Nummer 28, Lars Lagerpusch, aufs Parkett. Mit ihm verkürzten die Gäste auf 67:72. Im Schlussviertel hatte Science City mehrfach die Chance, die Partie zu wenden. Weniger Fehler machte aber letztlich Chemnitz.

In einem nicht hochklassigen, aber jederzeit spannenden und fair geführten Ostklassiker, unterstrichen beide Teams ihre Playoff-Ambitionen. Wer weiß, wie viele Derbys die Fans in dieser Saison noch erleben werden, nach drei Jahren des Wartens.

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