Beachsoccer – Der Fußball-Exot

Erfurt  Beachsoccer spielt in Thüringen weiter eine untergeordnete Rolle. Der Verband prüft neue Wege für die nächste Auflage, um mehr Teams für den Sport zu begeistern.

Unpopulär: Nur vier Teams nahmen an der Thüringer Meisterschaft teil.

Unpopulär: Nur vier Teams nahmen an der Thüringer Meisterschaft teil.

Foto: Sascha Fromm

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Als am Montagnachmittag nach mehreren Stunden Platzabbau die letzten Arbeiten endlich erledigt waren, blickte Norman Loose mit gemischten Gefühlen auf die am Wochenende in Ohrdruf ausgetragene Landesmeisterschaft im Beachsoccer zurück.

Mit großem Eifer hatte er zusammen mit dem Fußball-Landesklässler FSV Ohratal die Strandanlage vorbereitet. Doch die Mühen lohnten sich nur bedingt. Sieben Mannschaften hatten eigentlich gemeldet, nur vier traten letztlich an – darunter Titelverteidiger Zottelstedt mit zwei Teams. Der FSV Ilmtal holte auch den Titel und darf nun Ende Juli in Zinnowitz Thüringen bei der Meisterschaft des Nordosten präsentieren.

Natürlich hätte sich das durchwachsene Wetter auch von einer besseren Seite präsentieren können. Doch allein daran lag es nicht, dass sich nur so wenig Mannschaften in Ohrdruf einfanden. „Das Problem der wenigen Teilnehmer besteht leider schon seit Jahren. Letztes Jahr hatten wir sogar nur drei Teams dabei. Beachsoccer ist bei uns eine absolute Rand- und keine Trendsportart. Am Ende mussten wir froh sein, dass wenigstens vier Mannschaften zusammengekommen sind“, sagt der frühere Zweitligaprofi Loose, der sich beim Thüringer Fußball-Verband unter anderem um die Sparte Strandfußball kümmert.

Obwohl der Verband über die Homepage und sozialen Medien viel Werbung für die Veranstaltung machte, blieb das Echo überschaubar. Wirkliches Interesse gab es kaum; hinzu kam ein ungünstiger Termin für die Austragung. Gerade die höherklassigen Vereine – so etwa auch der Gastgeber Ohratal – stecken schon wieder in der Vorbereitung und winkten deshalb ab.

Doch auch unabhängig davon scheint Thüringen für den Strandfußball nicht gemacht. Während in Mecklenburg-Vorpommern dank der Küsten mit Strand sogar eine eigene Liga ausgetragen wird, gibt es im Freistaat ganze zwei Beachsoccer-Anlagen mit den erforderlichen Maßen. Wird auf Beach-Volleyballplätzen gespielt, müssen zumeist erst die Masten aus der Verankerung gehoben und die Löcher gestopft werden. „Der Aufwand, das umzubauen, ist einfach riesig“, sagt Loose.

Doch wie kann es nun weitergehen? Für die fünfte Auflage im nächsten Jahr möchte man im Verband gerne neue Wege gehen. Es gibt die Überlegung, sich an das Beach-Volleyball-Turnier auf dem Erfurter Bahnhofsvorplatz „dranzuhängen“. Auch könnte ein günstigerer Termin gefunden werden, um mehr Teams – egal ob Verein oder Freizeit – zur Teilnahmen zu animieren. Ob es was bringt, wird sich zeigen. Eine Hochburg dürfte Thüringen wohl nie werden. „Beachsoccer ist hier in Thüringen überhaupt noch nicht gewachsen“, gibt Loose zu.

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