FC Carl Zeiss Jena gegen Bayern München: Tabelle wird ausgeblendet

Jena.  Der FC Carl Zeiss Jena hofft am Freitag bei der zweiten Mannschaft von Bayern München auf den zweiten Saisonsieg.

Rico Schmitt gibt an der Seitenlinie alles. Das erhofft er sich auch von seinem FC Carl Zeiss im Spiel bei Bayern München II.

Rico Schmitt gibt an der Seitenlinie alles. Das erhofft er sich auch von seinem FC Carl Zeiss im Spiel bei Bayern München II.

Foto: Tino Zippel

Der Bus stand am Donnerstag bei Sonnenschein schon abfahrbereit vor dem Ernst-Abbe-Sportfeld, als Trainer Rico Schmitt noch letzte Fragen vor dem Spiel seines FC Carl Zeiss Jena am Freitag bei Bayern München II beantwortete. Ein Blick ins Internet, auf transfermarkt.de, verdeutlicht den Unterschied zwischen den Thüringern und der Bundesliga-Vertretung des Fußball-Rekordmeisters. Gesamtkaderwert Jena: 5,2 Millionen Euro. Gesamtkaderwert Bayern II: 43,88 Millionen Euro. Michael Cuisance, der von Bundesliga-Tabellenführer Borussia Mönchengladbach im Sommer nach München wechselte, zuletzt aber beim 1:1 im Derby gegen 1860 bei der Zweiten zum Einsatz kam, ist mit zwölf Millionen Euro allein mehr als doppelt so viel wert wie die komplette FCC-Mannschaft zusammen.

„Das sind ganz viele Jungs, die man vielleicht schon auf der Bundesliga-Bühne gesehen hat. Oder zumindest in den kommenden Monaten und Jahren in der ersten oder zweiten Liga sehen wird“, weiß Schmitt, dass sein FC Carl Zeiss es mit der aktuell besten deutschen Reserve zu tun bekommt. Er weiß aber auch, dass die Bayern-Talente noch Lernende sind, was sich im Torverhältnis ganz gut widerspiegelt. 29 Treffer in 16 Spielen hat der Tabelle-Elfte geschossen, aber eben auch schon 32 Gegentore kassiert. Die Offensive liegt den jungen Wilden, die Defensive nicht so. Und genau hier will Schmitt ansetzen. Durch „robuste Verteidigung“ den Bayern früh die Spielfreude nehmen, um dann zu „punkten, zu gewinnen“.

Bitter nötig wäre es. Die Saalestädter sind abgeschlagenes Schlusslicht, ihnen fehlen 13 Punkte auf den ersten Nichtabstiegsplatz. In der aktuellen Situation blende sein Team die Tabelle aus. Es gehe nur um die Leistung, darum, die guten Ansätze der zurückliegenden Wochen endlich in Ertrag umzumünzen. Trotz des 0:3 gegen Halle, sagt Schmitt, „haben wir mit einer Spitzenmannschaft mitgehalten“. Am Ende waren es Kleinigkeiten – Unkonzentriertheiten bei gegnerischen Standards, mangelhafte Chancenverwertung – die für ein besseres Ergebnis gefehlt haben. „Ich hätte gern gesehen, was passiert wäre, wenn wir gegen Halle das 1:1 gemacht hätten.“

Den Glauben haben sie in Jena nicht verloren. „Keiner sagt, es ist aussichtslos, wir stellen den Spielbetrieb ein“, sagt Schmitt. Und so bleibt und herrscht das Prinzip Hoffnung an der Saale. Der FCC-Coach hält es nicht für ausgeschlossen, dass seine Mannschaft bis zur Winterpause noch eine positive Serie startet.

Fehlen wird bei deren möglicherweise freudigen Beginn am Freitag René Eckardt wegen seiner fünften Gelben Karte, die er gegen Halle kassierte. Fehlen wird überraschend auch Raphael Obermair. Obwohl es am Wochenbeginn beim Ex-Bayern-Spieler noch gut aussah, wird er gegen seinen ehemaligen Verein wegen muskulärer Probleme noch geschont.

Tim Kircher könnte sein Ersatzmann werden, die Lücke von Eckardt in der Zentrale durch das Umstellen von einer Fünfer- auf eine Viererkette und dem Vorziehen von Nico Hammann gelöst werden. Feststeht, die Jenaer wollen, trotz der Freundschaft beider Fanlager, einen großen Kampf liefern.

Bayern München II – FC Carl Zeiss Jena, Freitag, 19 Uhr

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