Biathlon: Erik Lesser löst das Weltcup-Ticket

Kontiolahti.  Mit zwei Siegen in den Ausscheidungsrennen setzt sich der Oberhofer Biathlet im deutschen Team durch. Saisonauftakt am Samstag in Kontiolahti

Erik Lesser hat gut lachen. Er ist im Weltcup dabei.

Erik Lesser hat gut lachen. Er ist im Weltcup dabei.

Foto: Sascha Fromm

Ist der Druck am höchsten, ist Erik Lesser am stärksten. In den beiden Ausscheidungsrennen der deutschen Biathleten im finnischen Muonio sicherte sich der 32-jährige Oberhofer souverän eines der zwei offenen Tickets für den Weltcup-Auftakt am kommenden Wochenende in Kontiolahti.

Neben ihm hatten sich mit Johannes Donhauser, Dominic Schmuck, Simon Schempp und Roman Rees noch vier weitere Skijäger Hoffnungen auf einen Startplatz gemacht. Doch als es darauf ankam, lieferte Lesser eindrucksvoll ab: Er gewann mit jeweils ei­nem Schießfehler sowohl den internen Sprint als auch die Verfolgung. Als Vierter und Dritter löste Rees das zweite Ticket und begab sich mit dem Team am Mittwoch auf die 770 Kilometer lange Bustour nach Kontiolahti.

Erleichtert, die ungewohnte Qualifikation gemeistert zu haben

Ein Ort, an den Lesser besonders gern zurückkehrt: 2015 wurde er dort Weltmeister in der Verfolgung sowie mit der Staffel. Grundsätzlich zeigt er sich aber erleichtert, die ungewohnte Qualifikation gemeistert zu haben: „Ich freue mich, wieder dabei zu sein im Weltcup“, sagt er und verrät: „Natürlich stand ich un­ter Druck und war auch nervös vor den Testrennen. Aber ich bin es so angegangen, wie ich andere Höhepunkte auch angehe. Wenn ich an dem Tag meine beste Leistung abrufe, dann steht ein Ergebnis.“

Diese Nervenstärke hatte er zuletzt bei der WM im Februar in Ant­holz unter Beweis gestellt. Nach dürftigen Leistungen im letztjährigen Saisonverlauf war der Schnellschütze nur als Reservist in Südtirol angereist. Als er jedoch im Single-Mixed und in der Staffel gebraucht wurde, war Lesser da – und kehrte mit einer Silber- und Bronzemedaille geschmückt nach Hause.

Hartnäckige Rückenprobleme in den Griff bekommen

Bis auf eine Erkältung, die ihm den Start bei den deutschen Meisterschaften im September gekostet hatte, verlief seine Vorbereitung auf diesen Winter nahezu reibungslos. Weil er seine hartnäckigen Rückenprobleme in den Griff bekommen hat, stimmt vor allem die läuferische Form. Trotzdem äußert er sich zum Einstieg zurückhaltend: „Fit für den Auftakt fühlt man sich wahrscheinlich nie – außer man heißt Johannes Thingnes Bö.“ Der Norweger gilt erneut als der große Favorit.

Schon vorher für die ersten Weltcups gesetzt waren Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Johannes Kühn und der Frankenhainer Philipp Horn. Lucas Fratzscher aus Oberhof besitzt als Gesamtsieger des IBU-Cups in der letzten Saison ein persönliches Startrecht für den Auftakt, zu dem 4500 Fans zugelassen sind.

Weltcup in Kontiolahti, Samstag, 11 Uhr: Männer, Einzel; 14.20 Uhr: Frauen, Einzel. Sonntag, 10.30 Uhr: Männer, Sprint; 13.40 Uhr: Frauen, Sprint (alle Rennen live im ZDF und Eurosport)