Wohltuende Anerkennung in der Heimat für Biathlon-Trainer Gerald Hönig

Oberhof.  Ausgerechnet in seiner Heimat feiert Biathlon-Trainer Gerald Hönig mit Österreichs Frauen seine ersten Erfolge.

Gerald Hönig, Biathlon-Trainer von Österreichs Frauen. (Archivbild)

Gerald Hönig, Biathlon-Trainer von Österreichs Frauen. (Archivbild)

Foto: dpa

"Geplant war das nicht", sagt Gerald Hönig und lacht: "Aber es ist natürlich ein schöner Nebeneffekt." Ausgerechnet in Oberhof; dort, wo er mehr als drei Jahrzehnte am Stützpunkt arbeitete und heute noch lebt, trumpfte einer seiner aktuellen Schützlinge groß auf.

Im Mai hatte der 62-Jährige in Österreich eine neue Herausforderung angenommen; sollte das Frauenteam als Schießtrainer nach vorn bringen. Ein Auftrag, der nun schneller erfüllt wurde als gedacht. Mit ihren dritten Plätzen im Sprint und in der Verfolgung sorgte Lisa Theresa Hauser für die Überraschungen des Weltcups am Rennsteig.

Erstmals überhaupt hatte die Tirolerin damit das Podest in einem Einzelrennen erobert. Sehr zur Freude von Hönig: "Sie war im Dezember schon nah dran und hat es jetzt richtig gut gemacht. Es ist schön, dabei helfen zu können, eine Athletin weiterzuentwickeln." Nach den Olympischen Spielen 2018 war der zuvor für die deutschen Frauen verantwortliche Thüringer zum Schieß-Bundestrainer umfunktioniert worden.

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Weil seine Expertise aber zu selten bis gar nicht abgerufen wurde, fühlte er sich aufs Abstellgleis geschoben. "Die zwei Jahre haben mich nicht befriedigt. Im Gegenteil: Es hat sich angefühlt wie eine unfreiwillige Auszeit", blickt Hönig zurück. "Ich habe gespürt, dass ich noch einmal etwas bewegen möchte." Da passte es gut, dass die Österreicher einen Aufbauhelfer suchten.

Seit dem Frühjahr hieß es für Hönig dann: Hochfilzen statt Oberhof. Der Umstieg fiel ihm trotz der vielen Kilometer im Auto nicht schwer. Cheftrai- ner Markus Fischer und Männercoach Ricco Groß hatte er einst sogar selbst unter seinen Fittichen. "Die Chemie stimmt. Es macht richtig Spaß mit den Kollegen und den Sportlerinnen", sagt Hönig.

Bei Erfolgen wie jenen von Hauser erst recht. Dass ein bisschen Genugtuung mitschwang, will er nach dem eher unterkühlten Abschied vom Deutschen Skiverband gar nicht verhehlen. Am meisten freue er sich jedoch über die Anerkennung von seinen ehemaligen Athleten, "zu denen ich nach wie vor ein Superverhältnis habe". Viele hätten ihm im Stadion gratuliert, verrät er; auch von Laura Dahlmeier sei eine WhatsApp gekommen.

Hinzu kamen Glückwünsche von Kampfrichtern und Helfern. Eine bessere Motivation kann es kaum geben auf dem Weg zu Olympia 2022. Und vielleicht sogar ein Jahr darüber hinaus. Dann soll ja bekanntlich ein großes Ereignis steigen - vor Hönigs Haustür.