Blankenburger Handballer spazieren ins Finale

Bad Blankenburg.  Im Landespokal-Halbfinale demontiert der HSV Bad Blankenburg den Ligarivalen aus Apolda mit 36:22 (18:11)

Die Blankenburger jubeln nach dem überraschend deutlichem Sieg im Landespokal-Halbfinale gegen den HSV Apolda.

Die Blankenburger jubeln nach dem überraschend deutlichem Sieg im Landespokal-Halbfinale gegen den HSV Apolda.

Foto: Peter Scholz

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Wir“, sagt der Apoldaer Coach Patrick Schatz vor dem gestrigen Halbfinale im Landespokal, „wir haben keinen Druck.“ Der liege eindeutig beim Gastgeber, dem HSV Bad Blankenburg. Doch vom befreiten Aufspielen der Glockenstädter sah man gestern Nachmittag nichts in der Vierfelderhalle der Landessportschule. Vielmehr erlebten die Gäste vermutlich ein Déjà-vu: Am ersten Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga gingen die Apoldaer bekanntlich ebenso unter wie gestern.

Die Bad Blankenburger jedenfalls wollten den Sieg in jeder Sekunde des Spieles mehr. Von einem umkämpften Derby war nichts zu sehen: Die Zahl der gelben Karten hielt sich ebenso in Grenzen wie die Zwei-Minuten-Strafen in Hälfte eins: Erst nach 29 Minuten musste eine Mannschaft das erste Mal eine Unterzahl verkraften. Zu diesem Zeitpunkt waren die Schützlinge von Igor Ardan längst auf der Siegerstraße und das Spiel praktisch zur Halbzeit entschieden (18:11).

„Wir zeigten von Anfang an keine Emotionen, die Kommunikation fehlte außerdem bei uns“, so Apoldas Mittelmann Norbert Ban. Man habe sich anfangs zwei, drei Mal zurückgekämpft, war dann aber zu ungeduldig. „Wir haben zu schnell geworfen und damit den Bad Blankenburgern die Möglichkeit zum Gegenstoß gegeben.“ Vor der Saison-Minuskulisse von 236 Zuschauern waren die Bad Blankenburger die viel effektivere Mannschaft. Anders dagegen bei den Apoldaern, denen auch das Pech an den Händen klebte: Beispielsweise landete ein Ball auch bei einem leeren Tor nicht im Kasten, sondern an der Querlatte. In Hälfte zwei änderte sich nur wenig am Bild in der Landessportschule: Die Gastgeber waren das deutlich engagierter wirkende Team, das nichts mehr anbrennen ließ und den Vorsprung konsequent ausbaute. Alexander Werner, der mit Schmerzen in der Hand auflief, traf beim 24:14 (40.) erstmals zum Zehn-Tore-Vorsprung. Spätestens da wusste nicht nur Igor Ardan, sondern auch die Mehrheit der Zuschauer: Hier sind die Rollen klar verteilt, das Spiel praktisch entschieden.

„Wir wussten ja, dass es schwer wird. Aber das wir dann so untergehen, hätte ich nicht erwartet“, so Patrick Schatz, der vor allem große Probleme in der Abwehr sah: „Wir konnten da alles Mögliche probieren, es klappte nichts.“ Für ihn war es absolut nicht nachvollziehbar, warum man beispielsweise zu Hause gegen Delitzsch, Burgenland und auch Bad Blankenburg ganz starke Spiele zeige und auswärts so versagt: „Uns fehlt einfach die Konstanz.“

„Unsere Hoffnung, dass wir die Begegnung nicht erst in der 50. Minute entscheiden, hat sich erfüllt“, sagte sein Gegenüber Igor Ardan, der den Sieg aber relativieren möchte: „Die Apoldaer konzentrieren sich sicherlich viel mehr auf die Liga.“ Unabhängig davon war der Bad Blankenburger Coach mit der Leistung seiner Truppe, in der Marcel Werner mit neun Treffern erfolgreichster Torschütze war, natürlich zufrieden. Dass es freilich so ein Spaziergang in das Finale wird, war so nicht zu erwarten.

„Wir wollten den Sieg einfach mehr“, glaubte auch der Bad Blankenburger Stefan Remke, der den Schlüssel zum Erfolg im eigenen „Spaß am Handball“ sah. Den hatten die Lavendelstädter gestern definitiv mehr als der Namensvetter aus Apolda: „Es war heute einfach nicht unser Tag“, so Norbert Ban.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren