Blick ins Fotoalbum: Ein Pfiffelbacher als Organisator

Weimar.  Der Pfiffelbacher Werner Gröbe wurde nach dem Krieg Lehrer, Kreisturnrat in Weimar und bewährter Helfer im Kinder- und Jugendsport.

Aus der Sammlung Medlow im Stadtarchiv stammt dieses Foto von einer Handballmannschaft aus den 1970er Jahren, vom jährlich ausgeschriebenen TNN-Pokal. Es handelt sich vermutlich um Weimarer Sportlehrer; Werner Gröbe vorne rechts, links oben Günter Andrä und Karl-Heinz Schinzel.

Aus der Sammlung Medlow im Stadtarchiv stammt dieses Foto von einer Handballmannschaft aus den 1970er Jahren, vom jährlich ausgeschriebenen TNN-Pokal. Es handelt sich vermutlich um Weimarer Sportlehrer; Werner Gröbe vorne rechts, links oben Günter Andrä und Karl-Heinz Schinzel.

Foto: Kremer

Die Entwicklung des sportlichen Lebens nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden unter anderem durch die Generation geprägt, die unmittelbar nach Kriegsende als junge Frauen und Männer vor der Frage standen, welchen Beruf sie einschlagen wollen. Einige nutzten die Chance, an der im Herbst 1945 wiedereröffneten Jenaer Universität ein Studium aufzunehmen.

Ein Sportlehrerstudium war erst ab 1948 möglich, anfangs sogar nur als Unterstufenlehrer. Da in den Schulen aber viele Lehrer wegen einer NSDAP-Parteimitgliedschaft entlassen worden waren, begannen ab Herbst 1948 Kurzlehrgänge für „Neulehrer“, zu denen aus Weimar zum Beispiel Günter Andrä gehörte. In den ersten Matrikeln des Sportlehrerstudiums ist Werner Gröbe, der vor zwei Jahren verstarb, aus Weimar zu finden. Er stammte aus Pfiffelbach, wo er schon als Schüler im Turnverein aktiv war. Neben dem Turnen gehörte bis ins hohe Alter der Leichtathletik seine Liebe, auch wenn große sportliche Erfolge ausblieben. Während des Studiums kam er aber auch mit allen anderen „Grundsportarten“, die für seine Lehrertätigkeit von Bedeutung waren, in Berührung. Dabei zeigte sich, dass er sich auch besonders für das Schwimmen und den Wintersport interessierte. Man könnte ihn aus heutiger Sicht als „Allrounder“ bezeichnen. Da ähnlich, wie in den Schulen, auch an der Universität Sportlehrer fehlten, wurde Werner Gröbe von der damaligen Direktorin des Instituts für Körpererziehung angesprochen, ob er nicht an der Uni bleiben möchte. Er willigte gerne ein.

Nach Abschluss des Studiums wurde er 1953 direkt in der Abteilung studentische Körpererziehung angestellt. Die Abteilung entsprach etwa dem heutigen Hochschulsport, jedoch mit dem Unterschied, dass alle Studenten die ersten zwei Studienjahre Sportpflicht hatten. Bis 1958 war er erfolgreich im Studentensport tätig, wollte aber dann lieber in Weimar arbeiten, wo sich sein Lebensmittelpunkt mit Frau und Kind befand. Anfangs im Schuldienst an der Kollwitz-Schule, stieg er auf Grund seiner Qualifikation und seines Engagements für den Kinder- und Jugendsport zum Stadtturnrat auf. Außer der Anleitung der Sportlehrer wurde er schnell zum Organisator, Kampfrichter und Helfer im Kinder- und Jugendsport. Bei allen seit Mitte der 1960er Jahre organisierten Kreis- Kinder- und Jugendspartakiaden gehörte er zu den Hauptorganisatoren. Seine eigenen sportlichen Aktivitäten traten in den Hintergrund, wobei er regelmäßig, auch nach der Pensionierung, zum Schwimmen und in die Sauna ging. Fast täglich war er mit dem Rad unterwegs und absolvierte sein Gymnastikprogramm.