Bulls-Trainer Engel: „Mit Klopp möchte ich nicht tauschen“

Mit dem Pokalsieg errangen die Rollstuhl-Basketballer der Thuringia Bulls den ersten Titel der Saison. Trainer Michael Engel hat aber noch viel vor.

Bulls-Trainer Michael Engel macht mit seinem Team den Fans viel Freude.

Bulls-Trainer Michael Engel macht mit seinem Team den Fans viel Freude.

Foto: Sascha Fromm

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wie groß fiel die Sause nach der Pokalverteidigung aus?

Die Feier war nicht so ausgelassen, wie es der Erfolg eigentlich verdient gehabt hätte. Aber wir haben ja noch einiges vor in dieser Saison. Darauf richtete sich der Fokus schon auf der Heimfahrt. Vorher waren wir aber in Hannover in einem Steakhaus gut essen und haben gemeinsam auf den Titel angestoßen.

Vor den anstehenden Entscheidungen in der Meisterschaft und in der Champions League: War der Pokalsieg der leichteste Titel?

Nein, absolut nicht. Er ist aufgrund des K.-o.-Charakters eigentlich der schwerste, weil man sich keinen schlechten Tag erlauben darf. Mit einer Niederlage ist man raus.

Ihre Mannschaft hat mittlerweile 60 Pflichtspiel-Siege in Folge errungen. Wird Ihnen die Serie langsam unheimlich?

Ich denke, sie ist etwas Einmaliges. Das Team schafft es immer wieder, auf den Punkt bereit zu sein. Denn gerade in den Spielen gegen eine Weltklasse-Mannschaft wie Lahn-Dill verliert man, wenn man nicht die richtige Einstellung mitbringt. Dass wir sie jetzt zwölfmal hintereinander geschlagen haben, ist alles andere als selbstverständlich.

Ihr Trainer-Vorbild Jürgen Klopp zeigte sich am Wochenende nach dem Ende der 44 Pflichtspiele währenden Ungeschlagen-Serie des FC Liverpool sogar erleichtert. Würde es Ihnen auch so gehen?

Ganz ehrlich: Nein. Was das betrifft, möchte ich nicht mit ihm tauschen. In diesen entscheidenden Wochen könnte jede Niederlage ja bedeuten, dass der Titel futsch wäre. Und wir wollen ja unbedingt das
Triple verteidigen.

Sorgt der Nimbus der Unbesiegbarkeit nicht für zusätzlichen Druck?

Ich empfinde es als positiven Druck. Es ist ja etwas Gutes, wenn man so lange nicht verloren hat. Dieses Selbstvertrauen und diese Erfahrung sollen uns auch in den nächsten Wochen helfen. Wir denken nicht an den Ausbau des Rekordes, sondern an die Titel, die wir noch holen können. Wir sind heiß darauf.

Vom 13. bis 15. März steigt zu Hause das Champions-League-Viertelfinale. Wer ist der härteste Gegner?

Albacete und Bilbao sind zwei spanische Teams, die richtig stark und sehr erfahren sind. Galatasaray Istanbul reist schon drei Tage vorher bei uns an; das zeigt, welche Ambitionen sie haben. Aber wir wissen natürlich um unsere Favoritenrolle und den Heimvorteil – und freuen uns auf diese Spiele auf höchstem internationalen Niveau.

Das Final Four in der Königsklasse würde dann in Wetzlar steigen. Eine besondere Herausforderung?

Auf jeden Fall. Wir haben es vor gut einer Woche in der Meisterschaft erlebt, welch tolle Atmosphäre dort herrscht und wie schwer Lahn-Dill in eigener Halle zu bezwingen ist. Doch jetzt bereiten wir uns erst mal auf das Viertelfinale vor. Das wird ein Highlight; auch für unsere Fans.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren