Downhill-Fahrer Benjamin Herold geht nun Klinken putzen

Jena  Benjamin Herold aus Erdmannsdorf ist auf der Suche nach einem neuen Sponsor

Benjamin Herold ist nun auf der Suche nach einem neuen Sponsor. 

Benjamin Herold ist nun auf der Suche nach einem neuen Sponsor. 

Erdmannsdorf. Eigentlich sollte Benjamin Herold (37) aus der Doppelgemeinde Lippersdorf-Erdmannsdorf zufrieden auf das Jahr 2020 zurückblicken. Denn sportlich lief es richtig gut.

Ende September wurde er in Steinach erneut Deutscher Meister im Downhill in der Masterklasse für Fahrer ab 32 Jahre. Und auch die anderen vier Rennen, die er in der abgelaufenen Saison absolvierte, beendete er nie schlechter als Rang vier. Trotzdem kommt etwas Wehmut auf. Kurz vor dem Jahreswechsel informierte ihm der Sportliche Leiter seines Rennteams über das Aus.

Seit 2016 fuhr Herold sehr erfolgreich für die Marke Giant Germany. „Dass es irgendwann mal enden wird, war mir schon klar. Mit dem Titel im Gepäck war ich aber guter Dinge, dass die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Ich muss es nehmen, wie es ist – und nach vorn schauen.“

Jetzt heißt es für den amtierenden Deutschen Meister „Klinken“ putzen. Er hat bereits mehrere Mails verschickt. Sein Netzwerk kommt ihm dabei zugute. Dabei geht es dem Mann aus Erdmannsdorf nicht um einen Geldsponsor. Der 37-Jährige hofft auf Sponsoren, die ihm für das Sportjahr 2021 mit Material unterstützen.

Mit dem Titel des Deutschen Meisters als Referenz sollte das doch nicht schwerfallen, sollte man meinen. Doch Benjamin Herold kennt die Gesetzmäßigkeiten des Marktes und auch der Downhill-Szene. „Die Rad-Branche war der Gewinner im Corona-Jahr. Es wurden in Deutschland so viele Räder wie noch nie verkauft“, sagte er. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Firmen und Rad-Hersteller gar nicht so viele Werbepartner benötigen.

Und dann kommt noch ein anderer Punkt hinzu. Herold ist nicht der Typ Sportler, der regelmäßig von sich und seinem Sport Videos auf sämtlichen Kanälen veröffentlicht. „Da gibt es junge Leute, die sind wahrscheinlich in ihrem Leben noch nie ein Downhill-Rennen gefahren. Möglicherweise sind sie aber interessanter für Firmen und Geschäftsleute, weil sie auf Youtube viele User haben und damit für das Produkt werben.“

Verändern will sich Herold aber nicht. „Na klar habe ich nichts gegen Fotos oder Posts in den Sozialen Medien. Ich mache das aber nun nicht stündlich oder täglich, nur um möglichst viele Klicks zu erhaschen. Das ist nicht mein Ding. Dafür bin ich nicht der Typ.“

2021 wird Benjamin Herold wieder sportlich unterwegs sein. In Tschechien und Frankreich sind bereits Veranstaltungen ausgeschrieben.