3. Liga pausiert bis 30. April: So reagiert der FC Carl Zeiss Jena

Jena/Frankfurt.  Fußball-Drittligisten entscheiden später, ob die Meisterschaft fortgesetzt werden kann. Der FC Carl Zeiss Jena beantragt Kurzarbeit.

Auch für Jenas Geschäftsführer Chris Förster (links) und Präsident Klaus Berka bleibt das Abbe-Sportfeld vorerst gesperrt.

Auch für Jenas Geschäftsführer Chris Förster (links) und Präsident Klaus Berka bleibt das Abbe-Sportfeld vorerst gesperrt.

Foto: Tino Zippel

Als einzig naheliegende Entscheidung hat der Geschäftsführer des FC Carl Zeiss Jena, Chris Förster, die Entscheidung bezeichnet, die dritte Fußball-Liga vorerst bis zum 30. April 2020 auszusetzen. Die 20 Drittligisten hatten in der Videoschalte am Montagnachmittag gemeinsam darüber beraten, wie angesichts der Coronavirus-Krise die laufende Saison fortgesetzt werden kann.

„Das ist die einzig naheliegende Variante, weil schon diverse Verfügungen der Städte dies vorgegeben haben. Wir müssen die Gesundheit in den Vordergrund stellen und die weiteren Auswirkungen der Krise beobachten“, sagt Förster. Wie in Jena ist auch an anderen Drittliga-Standorten das Training in den kommenden Wochen verboten. Das Ernst-Abbe-Sportfeld bleibt von der Stadt Jena bis zum 19. April gesperrt – vorerst. Deshalb wollen die Drittligisten auch Lösungsmöglichkeiten erarbeiten für den Fall, dass kein Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

Kurzarbeit für den Klub beantragt

Zunächst kündigt Förster an, Kurzarbeit für den Klub zu beantragen. Die Maßnahme trifft nicht nur die Spieler, sondern alle Mitarbeiter des Drittligisten. „Die Personalkosten bestimmen die Hälfte aller Ausgaben. Wir müssen die Ausgaben reduzieren, um damit den fehlenden Einnahmen zu begegnen“, sagt der Geschäftsführer. Damit gehe es dem FC Carl Zeiss derzeit nicht anders als vielen anderen Unternehmen in Deutschland, die von der Krise betroffen seien. „Es geht darum, durch Sparmaßnahmen die Insolvenz zu vermeiden.“

Mehr als drei Stunden lang hatte die Beratung gedauert. Anders als bei den Erst- und Zweiligisten bestand schnell Einigkeit darüber, dass ein Aussetzen des Spielbetriebes nur bis Anfang April nicht ausreichen werde. Falls im Mai wieder Spiele möglich sind, muss die Saison verlängert werden. Eine denkbare Option bleibt aber auch der Abbruch der Meisterschaft, falls eine Wiederaufnahme zu dem Zeitpunkt nicht realistisch ist.

Waldhof Mannheim fordert sofortigen Saisonabbruch

Bei einem Abbruch der Saison gibt es verschiedene Optionen: Entweder wird das komplette Spieljahr annulliert, also die neue Saison mit dem gleichen Starterfeld begonnen. Oder aber der aktuelle Tabellenstand beziehungsweise die Hinrundentabelle gelten als Basis. In einem solchen Fall wäre der FC Carl Zeiss abgestiegen.

Waldhof Mannheim hatte bereits vor der Beratung der Drittligisten einen sofortigen Saisonabbruch gefordert. Sport habe die Aufgabe, die Gesundheit der Gesellschaft zu fördern – und nicht zu gefährden, sagte Geschäftsführer Markus Kompp. Der Verein, derzeit auf einem Aufstiegsplatz liegend, hat den Trainingsbetrieb vorerst eingestellt.

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