EHC-Cup: Thüringer HC wirft sich mit Spektakel ins Viertelfinale

Nordhausen.  Die Handballerinnen des Thüringer HC drehen im einem Nervenkrimi noch die Partie gegen Debrecen und ziehen nach dem 26:23 in die K.o.-Runde ein.

Nach Schlusspfiff gab es kein Halten mehr: Ausgelassen feierten die THC-Frauen ihren Triumph. Das Viertelfinale im EHF-Cup ist erreicht.

Nach Schlusspfiff gab es kein Halten mehr: Ausgelassen feierten die THC-Frauen ihren Triumph. Das Viertelfinale im EHF-Cup ist erreicht.

Foto: Sascha Fromm

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Siófok und Odense – die Top-Klubs hat THC-Trainer Herbert Müller schon vor dem Beginn der Qualifikationsrunden als Sehnsuchtsziele im EHF-Cup formuliert. Einmal sich mit ihnen zu messen, wäre der große Wunsch. Zunächst aber wäre der Coach froh, beiden noch ein wenig aus dem Weg gehen zu können. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch.

Spannung, Spektakel, THC: Das Viertelfinale ist erreicht, der Kampf um den Gruppensieg fast schon entschieden. In einem Nervenkrimi drehten die THC-Frauen noch in den letzten Sekunden die Partie gegen Debrecen und gewannen auch das vierte Spiel der Gruppenphase. Wie Phoenix aus der Asche stieg Mariana Lopes zur Heldin des Nachmittags auf. Der THC lag 21:23 (53.) im Hintertreffen, kämpfte sich heran, bis die Portugiesin das Herz in die Hand nahm und ihr mit zwei schmetternden Rechten zum 24:23 und 26:23 zum Sieg warf.

„Dann kam das THC-Herz zum Vorschein, dieser unbändige Kampfeswille“, schwärmte Trainer Herbert Müller. „Dieses Spiel hatte heute absolutes Champions-League-Level“, stand für ihn nach einem klasse Duell gegen den bis dahin härtesten Konkurrenten im Kampf um den Gruppensieg fest. „In den letzten sieben Minuten sind wir ohne Gegentor geblieben. Das muss man erstmal schaffen“, sagte er und spielte nicht zuletzt auf ein großes Plus in der Hinterhand an: Ann-Cathrin Giegerich. Die Torfrau wehrte in der packenden Schlussphase allein sechs Bälle ab. Den Rest erledigten ihre zupackenden Vorderleute.

„Ich bin super stolz auf die gesamte Mannschaft. Dass wir dieses Spiel nochmal gedreht haben, bringt uns einen Riesenschritt nach vorn“, sagte die Torhüterin. Mit einer herausragenden Leistung glänzte sie bereits im Hinspiel, fand am Sonntag anfangs indes nicht den richtigen Zugriff.

Die Ungarinnen taten das, was sie mussten. Nach dem 19:26 (7:12) vor einer Woche suchten sie im bedingungslosen Angriff ihre Chance und lieferten sich mit dem THC zu Beginn einen großen Kampf. Hatten die Einheimischen im Hinspiel noch mit einer famosen Abwehrarbeit um Ann-Cathrin Giegerich den Anna Kovacs, Anita Bulath und Co. den Schneid abkaufen können, erlebten sie die Ungarinnen von einer weitaus stärkeren Seite.

Die Ungarinnen taten das, was sie mussten. Nach dem 19:26 (7:12) vor einer Woche suchten sie im bedingungslosen Angriff ihre Chance und lieferten sich mit dem THC zu Beginn einen großen Kampf. Hatten die Einheimischen im Hinspiel noch mit einer famosen Abwehrarbeit um Ann-Cathrin Giegerich den Anna Kovacs, Anita Bulath und Co. den Schneid abkaufen können, erlebten sie die Ungarinnen von einer weitaus stärkeren Seite.

Beate Scheffknecht tritt aus allen Lagen

Mit einem Klasse-Tor Kovacz’, die schon in den Kreis gesprungen war und ähnlich dem Kempa-Trick einen Querpass in der Luft fing und abschloss, eröffneten sie den rassigen Kampf. Der brachte den THC zunächst ins Hintertreffen. Die im Moment aus allen Lagen treffende Beate Scheffknecht richtete es. Wenn auch erst im Nachwurf ihres Siebenmeters (21.), ihrem folgenden sechsten Treffer in Überzahl zum 13:11 (23.) und dem siebten Streich zum 15:12 (29.) brachte und hielt sie den THC zum Ende der ersten Halbzeit in Front.

Das Auf und Ab setzte sich fort. Mit Toren, mit Fahrkarten, mit Zeitstrafen, mit allem, was ein Handballspiel spektakulär macht. Und mit einem Gäste-Team, das verbissen kämpfte und sich in Führung warf. Mehrfach landeten THC-Würfe am Holz, die der Ungarinnen waren häufiger drin. Beim 21:23 (53.) schienen sie auf Kurs. Begünstigt durch Fehler des THC. Ein Gewaltruf Emily Bölks beendete die viermütige Torlos-Phase des THC zum 22:23, ehe Ann-Cathrin Giegerich und Mariana Lopes die letzten Stiche gegen die nie aufgebenden Ungarinnen setzten.

„Kompliment an Debrecen. Nach dem grandiosen Siel hätten es beide Mannschaft verdient, aus der Gruppe herauszukommen“, sagte Müller.

Kastamonu könnte THC Gruppensieg noch streitig machen

Kastamonu zog gestern dank des 31:28 bei Most vorerst an den Ungarinnen vorbei auf der Platz zwei der Staffel A und könnte den Thüringerinnen im Fall zweier weiterer Siege den Gruppensieg streitig machen. Theoretisch. Der THC müsste dafür neben dem letzten Spiel zum Abschluss in der Türkei (8. Februar) auch das am kommenden Sonntag gegen Most (2. Februar) verlieren.

Die Rechenspiele aber haben längst begonnen. Der THC-Trainer hat reichlich kalkuliert. Vor allem hat er alle Partien im EHF-Cup gefolgt, um sich ein Bild von den vielleicht noch kommenden Kontrahenten zu machen.

„Wir wollen natürlich Siófok aus dem Weg gehen“, benennt Ann-Catrhin Giegerich den THC-Wunsch. Das ungarische Klasse-Team hat in der Meisterschaft zuletzt Champions-League-Sieger Györ klar geschlagen und führt die Gruppe B an; Odense aus Dänemark die Gruppe C und und Herning-Ikast-Handbold aus Dänemark, das am Sonnabend Bietigheim klar geschlagen hat, die Staffel B.

Podravka Vegeta (Kroatien), Storhamar (Norwegen), Érd aus Ungarn liegen aktuell an zweiter Stelle und könnte nach der Auslosung auch THC-Gegner sein. Noch aber ist alles offen.

Siófok? Gern. Leichte Gegner gibt es nicht. Die Ungarn dürfen aber gern noch ein bisschen warten.

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