Ein 141-facher Deutscher Meister kommt nach Neustädt

Neustädt  Interview der Woche Vor dem „3. Kugel-Cup“ spricht Wettkampf-Initiator Heiko Wendorf über Teilnehmerfeld, Spendenaktion und einen Überraschungsgast

Heiko Wendorf freut sich auf die 3. Auflage des von ihm initiierten Kugel-Cups in Neustädt.

Heiko Wendorf freut sich auf die 3. Auflage des von ihm initiierten Kugel-Cups in Neustädt.

Foto: El Antaki

Die Vorfreude bei Heiko Wendorf steigt. Am kommenden Samstag richtet der Wirtschaftsjurist und passionierte Kugelstoßer mit Unterstützung des Eisenacher Leichtathletikvereins in seinem Wohnort den „3. Neustädter Kugel-Cup“ aus. Was vor zwei Jahren im Gerstunger Ortsteil aus einer Bierlaune als Dorfgaudi am Anglerheim entstand, hat sich nun zu einem hochkarätigen Wettkampf gemausert, bei dem die Asse der deutschen Seniorenszene, aber auch Hobby-Athleten zu den Kugeln greifen. Im Vorfeld sprachen wir mit dem Organisationsleiter, der mehrmaliger Thüringer Senioren-Landesmeister ist.

Welche Athleten werden die Zuschauer am Samstag zu sehen bekommen?

Stolz bin ich, dass wir fünf Seniorenweltmeister am Start haben werden. Dazu kommen mindestens fünf weitere Sportler, die schon Podiumsplätze bei WM oder EM belegt haben.

Auf wen freuen Sie sich persönlich am meisten?

Zunächst bin ich froh, dass bis auf Ralf Mordhorst aus Lübeck eigentlich die tolle Truppe der Senioren-Kugelstoßer fast vollzählig zugesagt hat. Ganz besonders freue ich mich auf Christoph Bischlager aus München, er ist ein Gehörloser, ein ganz feiner Athlet und 141-facher Deutscher Meister in verschiedenen Disziplinen. 2008 ist er Weltmeister im Zehnkampf geworden. Vom Charakter und von der Ausstrahlung ist er einer meiner Lieblingsathleten, gefolgt von unserem Lokalmatadoren und frischgebackenem WM-Goldmedaillengewinner Andy Dittmar aus Gotha.

„Big-Andy“ kam in Neustädt voriges Jahr auf famose 18,80 m. Weil es derzeit in seinem rechten Handgelenk zwickt, legt er eine Wettkampfpause ein. Kann da ein anderer Teilnehmer den Cup-Rekord knacken?

Meine Voraussage war eigentlich ein neuer Deutscher Rekord in der M 45, der ja seit 1989 bei 18,17 Meter steht, aufgestellt von Werfer-Legende Klaus Liedtke. Andy Dittmar wäre der einzige im Feld, der diese Marke knacken könnte. Neustädt wäre da ein gutes Pflaster gewesen, doch Andy wird in jedem Fall als Zuschauer da sein.

Was wird neben dem Hauptwettkampf noch geboten?

Mein Anliegen ist es, das Kugelstoßen der Bevölkerung näher zu bringen, auch als Breitensport. Ich möchte Menschen für den Sport begeistern. Deshalb gibt es nach dem Wettkampf der Aktiven den Zuschauer-Cup, bei dem die Frauen mit der 4-kg-Kugel und die Männer mit der 7,26-kg auf Weitenjagd gehen. Und als besonderes Schmankerl dürfen sich die Finalisten, also jeweils die besten acht, einen von den Aktiven als Coach für ihr Finale aussuchen. Das ist sicherlich ein Highlight, was Emotionen und bleibende Erinnerungen mit sich bringt. Zudem wird ein bekannter Sportmoderator die komplette Veranstaltung am Mikro begleiten. Wer das ist, soll aber bis Samstag ein Geheimnis bleiben.

Bei allem Spaß, den Teilnehmer und Zuschauer haben werden, soll aber auch an diejenigen gedacht werden, denen es nicht so gut geht.

Richtig. Wir haben eine lockere Kooperation mit dem Kinderhospiz Tambach-Dietharz geschlossen, wir werden zugunsten dieser Einrichtung ein 32-kg-Stein-Stoßen veranstalten. Dafür braucht es natürlich Männer mit starken Muckis. Einige Auswärtige haben schon Interesse bekundet.

Und haben sich auch Neustädter dafür angemeldet?

Noch nicht, viele haben schon Probleme mit der 7,26 kg-Kugel. Deswegen habe ich mir noch einen Anreiz überlegt. Für die ersten zehn, die sich zum Steinstoßen anmelden, gibt es je ein Wochenendbändchen für die Neustädter Kirmes.

Wie weit kommen die Kräftigsten mit so einem Geschoss?

Rekordhalter mit knapp sechs Metern ist Andreas Deuschle aus Nürtingen. Vergangenen Samstag kam er bei den High­land Games auf 5,60 m.

Wird beim Wettkampf Eintritt kassiert?

Nein, es ist kann jeder kostenlos zuschauen. Lieber sollen die Leute unsere T-Shirts kaufen oder für das Kinderhospiz spenden.

Wie sind Sie zur Leichtathletik gekommen?

Als Kind habe ich recht erfolgreich an Kreisspartakiaden teilgenommen im Kugelstoßen, Speerwurf und Hochsprung Meinen absoluten Neuanfang hatte ich vor drei Jahren, als ich ohne Training 12,54 Meter mit der Fünf-Kilo-Kugel schaffte. Inzwischen trainiere drei- bis fünfmal die Woche. Da gehe ich auch mit Gewichten jenseits der 200 kg um. Von nichts kommt eben nichts.

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